Charlotte Sauermost
Eine zu fettreiche Ernährung begünstigt Herz-Kreislauferkrankungen, erhöht das Krebsrisiko und fördert Übergewicht. Fett ist aber auch ein wichtiger Geschmacksträger. Mit ein paar Tricks können Sie leckere Speisen zubereiten, die wenig Fett enthalten und dennoch den vollen Genuß bieten.
Strudelteig gehört ebenfalls zu den fettarmen Teigarten und kann herzhaft sowie fruchtig-süß gefüllt werden. Mit einem geringen Fettgehalt kommt auch der Quark-Öl-Teig aus. Er eignet sich gut für Obstkuchen und -torten. Dagegen enthält Mürbeteig reichlich Fett. Bis zu zwei Drittel der Fettmenge können Sie jedoch durch Quark ersetzen. Das Gebäck bleibt dann allerdings nicht so lange mürbe. Kein Fett, dafür reichlich Eier enthält ein Biskuitteig und ist aus diesem Grund auch keine leichte Kost. Bei beiden Teigsorten können Sie den Energiegehalt im Rahmen halten, wenn Sie die Kuchen nicht mit Sahne füllen, sondern mit Obst belegen oder mit Quarkcreme bestreichen.
Bei einem Brandteig sorgt eine leichte Füllung ebenfalls dafür, daß das Gebäck nicht allzu gehaltvoll wird. Denn bei diesem Teig ist der Fettanteil nicht ersetzbar. Allerdings ist die Teigmenge, die z. B. bei einem Windbeutel aus Brandteig verzehrt wird, eher gering. Zu den energiereichen Teigen zählt auch der Rührteig. Zu einem leichteren Genuß wird er, wenn Sie die Butter bis zur Hälfte gegen Quark austauschen. Das Gebäck wird dann allerdings etwas feuchter und nicht ganz so locker. Einen geringen Teil des Fettes können Sie auch durch zerdrückte Banane oder fein geriebenen Apfel ersetzen.
Das richtige Fett verwenden:
Für´s Brot: Butter, ungehärtete Pflanzenmargarine mit einem hohen Anteil an KaltpreßölenFür Salate: kaltgepreßte, unraffinierte ÖleZum Kochen und Backen: kaltgepreßte, unraffinierte Öle, Butteruntenungehärtetes Kokosfett oder Butterschmalz
Für manche Gemüse wie Blumenkohl sind weiße Saucen sehr beliebt. Die klassische Mehlschwitze ist jedoch sehr energiereich und für viele schwer bekömmlich. Fett sparen Sie, wenn Sie Gemüsebrühe und das Kochwasser des verwendeten Gemüses - eventuell mit etwas Milch ergänzt - als Grundlage nehmen: In die kalte Flüssigkeit etwas Vollkornmehl rühren, aus Weizen und Hafer gemischt, aufkochen und gut ausquellen lassen. Mit Muskatnuß oder -blüte würzen und zuletzt ein kleines Stückchen Butter oder einen Eßlöffel Sahne zugeben. Saucen und Suppen lassen sich auch gut mit gekochtem und püriertem Gemüse oder Kartoffeln andicken. Wichtiger Bestandteil der leichten Küche sind frische oder getrocknete Kräuter und Gewürze. Sie geben den Gerichten ein würziges Aroma, so daß nicht mehr viel Fett als Geschmacksträger nötig ist.
Kartoffeln vom Blech sind ein echter Leckerbissen und ein guter Ersatz für Pommes frites oder Bratkartoffeln: Dafür müssen Sie lediglich die Kartoffeln gut sauber bürsten, auf ein gefettetes Backblech setzen und eventuell mit ganzem oder gemahlenem Kümmel bestreuen. Damit die Kartoffeln nicht platzen, ritzen Sie ein Kreuz ein, in das Sie ein Zweiglein Rosmarin oder Thymian legen können. Die Backzeit beträgt je nach Größe der Kartoffeln 45-60 Minuten bei 200 ?C. Haben Sie wenig Zeit, halbieren Sie die Kartoffeln oder schneiden Sie sie in 1 cm dicke Streifen, fetten die Schnittfläche, würzen mit Kräutersalz und gerebelten Kräutern Ihrer Wahl. Die Backzeit verkürzt sich so auf ca. 25-30 Minuten. Auch Gemüse wie Rote Bete, Möhren, Zucchini und Zwiebeln - als Ganzes oder grob zerkleinert - werden auf dem Blech besonders aromatisch. Zwiebeln sollten Sie allerdings in Aluminiumfolie hüllen, weil sonst zu viel Saft austritt. Dazu schmeckt eine Joghurt-Kräuter- oder -Knoblauchsauce sehr lecker.
Auch Desserts aus Getreidecreme lassen sich mit wenig Sahne lecker zubereiten. Kombinationen mit Obst schmecken gut, z. B. eine Carob-Creme mit geriebenen Äpfeln und etwas Sahne. Im Winter ist der Bratapfel eine leckere Angelegenheit. Für die Füllung müssen Sie nicht nur Nüsse oder Mandeln nehmen. Probieren Sie aus, wie gut Trockenpflaumen oder Aprikosen, die Sie eventuell vorher in Rum einlegen können, und einige grob gehackte Mandeln schmecken.
Inzwischen gibt es unendlich viele Rezepte aus der Vollwertküche. Nicht alle berücksichtigen die Empfehlungen der Vollwert-Ernährung; viele enthalten reichlich Eier, Sahne und Fett. Nehmen Sie Ihre Lieblingsrezepte im Hinblick auf den Fettgehalt einmal unter die Lupe. Sicher gelingt es Ihnen, mit den hier angegebenen Tips ein lecker-leichtes Gericht zuzubereiten.
Quelle: Sauermost, C.: UGB-Forum 5/96, S. 273-274
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