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Besser informiert durchs World Wide Web

Dipl. oec. troph. Bianca Schneider

Nur wer fachlich oben auf ist, kann Ratsuchende gut beraten. Permanent auf dem neuesten Wissensstand zu bleiben ist daher ein Muss für jede Ernährungs- und Gesundheitsfachkraft. Optimale Unterstützung hierbei bietet das Internet.

Für Ernährungs- und Gesundheitsfachkräfte hält die On-linewelt eine scheinbar unendliche Masse an Informationen bereit. Von Forschungsinstituten und Verlagen über Lebensmittelhersteller und Verbraucherorganisationen bis hin zu privaten Homepages ist alles vertreten. Neben wissenschaftlichen Informationen, Fachartikeln und Pressemitteilungen finden sich auch Unternehmensportraits, Veranstaltungstermine oder Literaturhinweise. Außerdem ist es möglich, über E-Mail Kontakt zu anderen aufzunehmen, in Fachforen und Chats zu diskutieren sowie Beratungsdienstleistungen oder Produkte zum Ein- oder Verkauf anzubieten.

Schwierig ist es allerdings, in dieser weltweiten Wissensquelle die Übersicht zu behalten, Informationen schnell zu finden und zu filtern. Da im World Wide Web jeder alles veröffentlichen kann, fehlt zudem jegliche Qualitätskontrolle. Es ist daher um so wichtiger, genau zu wissen, wie man an seriöse Informationen gelangt.

Suchen: Gewusst wo!

Die wohl bekanntesten Helfer im Daten-Labyrinth sind Suchmaschinen wie Altavista, Yahoo oder Metager. Diese zu durchforsten ist aber meist sehr zeitintensiv und aufgrund der relativ geringen Trefferquote von relevanten Web-Sites oft unbefriedigend.
Ernährungsfachkräfte finden spezielle Informationen in der Regel besser über fachspezifische Linklisten und Meta-Informationssysteme. Diese stellen in systematisierter Form Informationen über andere Internetseiten zur Verfügung und werden von Fachleuten betreut. Dadurch findet von vornherein eine Art Qualitätskontrolle statt. Die meisten dieser Angebote sind öffentlich gefördert und dadurch kostenlos. Erfolgt keine öffentliche Förderung, muss der Nutzer eine Gebühr entrichten.

Informationssysteme

DAINet der ZADI
www.dainet.de

NutriInfo der IuD
www.uni-giessen.de/nutriinfo

Ernährungsinformationssystem an der Universität Hohenheim
www.uni-hohenheim.de/~wwwin140/info/links/uebersicht.htm

Deutsches Ernährungsforum
www.d-e-f.de


Ein Beispiel für ein kostenloses Informationssystem ist das DAINet der Zentralstelle für Agrardokumentation und -information (ZADI) in Bonn. Es fasst die im Internet vorhandenen Informationen rund um Land- und Forstwirtschaft, Ernährung, Gartenbau und Fischerei zusammen und ordnet sie nach diesen Themen. Dadurch führt es den Suchenden schnell und zielgerichtet zu den für ihn relevanten Web-Sites. Außerdem bietet das DAINet Zugriff auf Texte, Datenbanken und Adressen verschiedener Institutionen. Ähnlich arbeitet auch das Suchsystem NutriInfo der Informations- und Dokumentationsstelle (IuD) an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Es bietet neben einer Sammlung deutschsprachiger Ernährungsinformationen als Volltext auch interessante Adressen sowie Links zu ernährungsrelevanten Fachzeitschriften und Informationsdiens-ten. Außerdem hat der Nutzer von hier aus Zugriff auf fachspezifische Literaturdatenbanken.Die Linksammlung auf den Seiten des Ernährungsinformationssystems der Uni Hohenheim sowie die Rubrik "Rund um die Ernährung" im Deutschen Ernährungsforum verhelfen dem Suchenden ebenfalls schnell zu fachspezifischen Informationen. Einen ersten Einstieg in den Datendschungel bieten in der Regel auch die Seiten von berufsständischen Organisationen oder Ernährungsgesellschaften.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Wer bei der Suche auf unbekannte Web-Sites stößt, sollte diese auf ihre Verlässlichkeit überprüfen. Web-Auftritten, die von fachkompetenten Redaktionsteams aufgebaut und betreut werden, ist eher Vertrauen zu schenken. Ein Blick ins Impressum und auf die eventuell angegebenen Partner oder einen wissenschaftlichen Beirat können hierüber Auskunft geben. Unter Internet-Angeboten von bekannten und renommierten Fachinstitutionen finden sich ebenfalls verlässliche Informationen.

Ernährungsorganisationen

Verband der Diätassistenten (VDD)
www.vdd.de

Verband der Diplom-Oecotrophologen (VDOe)
www.vdoe.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
www.dge.de

Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE)
www.univie.ac.at

Schweiz. Gesellschaft für Ernährung (SGE)
www.sge-ssn.ch


Literatur finden leicht gemacht

Einige Institutionen bieten den Zugriff auf einen riesigen und zum Teil internationalen Pool an fachspezifischen Literaturdatenbanken (s. Kasten oben). So findet man beispielsweise bei ELFIS, der Literaturdatenbank des Fachinformationssystems Ernährung, Land- und Forstwirtschaft, vor allem deutsche Fachliteratur. Möglich ist z. B. die Suche nach Stichworten und Autoren. Als Trefferliste erhält man Literaturstellen, die mit Schlagworten näher beschrieben sind. Einige Dokumente sind als Volltextversion direkt verfügbar. Bei allen anderen Treffern muss man sich die Volltexte z. B. in Bibliotheken zusammensuchen oder über Dokumentenlieferdienste kostenpflichtig bestellen.

Beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat man die Möglichkeit, in einigen Datenbanken wie free Medline, Toxline oder Healthstars kostenlos zu recherchieren. Anders als bei ELFIS kann der Nutzer hier allerdings die Literatur gleich als Kopie oder Originalveröffentlichung online bestellen. Dazu wählt man eine der angebotenen Bibliotheken, Versandweg und -format. Die Abrechnung erfolgt über den gewählten Lieferdienst. Die Höhe der Kosten ist abhängig vom Dokumententyp und dem gewählten Lieferdienst. Express- und Eilservices sind teurer als Standardliefe-rungen. Hier sollte man sich vorab genau informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung bietet auf seiner Homepage unter der Rubrik "Bibliothek" eine Fülle von Hinweisen auf relevante Datenbanken und eine alphabetische Liste von elektronischen Zeitschriften. Auch eine Übersicht von Bibliotheks- und Literaturlieferdiensten ist vorhanden. So können die gefundenen Artikel gleich im Volltext angefordert werden. Erwähnenswert, jedoch in englischer Sprache, ist auch die Datenbank Food Science and Technology Abstracts (FSTA). Dieser Datenpool beinhaltet mehr als eine halbe Million Kurzfassungen von Forschungsarbeiten aus den Bereichen Ernährung und Lebensmittelverarbeitung.

Spezialdienste: Umwelt und Allergien

Zugang zu Fachdiensten der Umweltmedizin, Allergologie, Pädi-atrie sowie Dermatologie bietet die Seite des Umweltmedizinischen Informationsforums Uminfo. Nach Registrierung hat der Nutzer hier die Möglichkeit, Informationen mit gleichgesinnten Berufs- und Fachkollegen auszutauschen. Eine umfassende Datenbank für allergologische Fragestellungen bietet auch der Allergie-Informationsdienst Inzell. Interessenten finden hier kostenlos z. B. Informationen über allergene Stoffe in Lebens- und Arzneimitteln und ihre Auswirkungen auf den Menschen. Mittels einer Datenbank mit Krankheitssymptomen lassen sich die Ursachen für eine Allergie eingrenzen und Kochrezepte für Betroffene abrufen. Themenspezifische Web-Treffpunkte wie Magersucht online oder Diabeticus bieten ebenfalls zahlreiche Informationen zum jeweiligen Thema, Links zu Fachzeitschriften und anderen interessanten Seiten sowie Kommunikationsmöglichkeiten wie Diskussionsforen und Chats.

Zum Thema Lebensmittel-Recht liefern die Web-Sites der Europäischen Union umfangreiche Informationen. Die Texte sind größtenteils auch in deutscher Sprache verfügbar. Die Datenbank informiert über die Rechtssituation und Aktuelles zu Gesetzesvorhaben der EU-Kommissionen. Außerdem lohnt sich ein Blick ins Bundesgesetzblatt, wo man die neuesten Entwicklungen verfolgen kann.

Literatur im Netz

Fachinformationssystem ELFIS
www.fiz-agrar.de/ELFIS/index.htm

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)
www.dimdi.de

Deutsches Institut für Ernährungsforschung
www.dife.de

Food Science and Technology Abstracts (FSTA)
www.fsa.ifis.org


Rund ums Recht

Zum Thema Umweltrecht hält das Umweltbundesamt Berlin ein ausführliches Angebot parat. Es gewährt Einblick in Veröffentlichungen, Pressemitteilungen und verschiedene Datenbanken für Literatur, Recht und Forschung. Wer im Bereich Umweltschutzrecht recherchieren möchte, sollte auch einen Blick auf die Homepage der UWS Umweltmanagement GmbH werfen. Hier sind unter einer alphabethischen Kurzreferenz die Gesetzes- und Verordnungstexte übersichtlich aufgelistet.Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und das Bundesministerium für Gesundheit halten ebenfalls vielfältige Informationen zu Gesetzeslage und neuen Verordnungen rund um Gesundheit und Umwelt bereit.

Neben Informationen bietet das Internet auch die Möglichkeit zur Kommunikation. In Diskussionsforen zu speziellen Themen können sich die Teilnehmer per E-Mail miteinander austauschen. Man hinterlegt dort eine Nachricht und lässt andere Nutzer darauf antworten. Echtzeit-Kommunikation ist in so genannten Chat-Rooms möglich. Bei den meisten fachlich orientierten Chats muss man sich registrieren lassen, da der Betreiber die Seriosität des Angebots sicherstellen will. Freizeit- und verbraucherorientierte Chats sind meistens anonym. Inzwischen gibt es eine Vielzahl solcher Instrumente auch für den Ernährungs- und Gesundheitssektor. In der Regel sind solche Foren und Chats in Fachportalen zu finden.

Recht im Netz

Europäische Union
www.europa.eu.int

Bundesgesetzblatt
www.bundesgesetzblatt.de
www.bgbl.de

Umweltbundesamt Berlin
www.umweltbundesamt.de

UWS Umweltmanagement GmbH
www.umweltschutzrecht.de

Bundesinst. f. gesundheitl. Verbrau-cherschutz und Veterinärmedizin
www.bgvv.de

Bundesministerium für Gesundheit
www.bmgesundheit.de


Fachportale: Alles unter einem Dach

Fachportale bieten eine interessante Kombination von Information, Kommunikation und Interaktion. Es sind Treffpunkte im Internet, die zu einem Themengebiet oder für eine bestimmte Zielgruppe Informationen zur Verfügung stellen. Um dieses Angebot zu betreiben, schließen sich in der Regel mehrere Organisationen wie Verlage, Verbände oder Gesellschaften zusammen.

Ein Beispiel für ein Fachportal ist das Deutsche Ernährungsberatungs- und -informationsnetz DEBInet. Betreut vom Institut für Ernährungsinformation bietet es neben interessanten Links auch allgemeine Informationen zu einer gesunden Ernährung, in besonderen Lebenssituationen wie Schwangerschaft oder Kindheit sowie bei Erkrankungen, z. B. Bluthochdruck oder Colitis ulcerosa. Ein Lexikon, eine Adressdatenbank von Ernährungsberatern und eine Kontaktmöglichkeit mit dem Institut ergänzen das Angebot. Sehenswert ist auch das Fachportal der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung. Neben einer Mediathek, bei der Lehrer und Kursleiter Hilfsmittel bestellen können, einem Ratgeber, Veranstaltungshinweisen und einem umfassenden Shop werden auch interaktive Lernprogramme kurz vorgestellt und können online geordert werden. Außerdem beantworten Fachleute auch Fragen rund um die Ernährung. Das Forum Ernährung Österreichs bietet eine fast schon unüberschaubare Fülle an Informationen, Kommunikationsmöglichkeiten und auch Online-Bestellmöglichkeiten von Fachliteratur.

Interessante Literatur zum Thema Ernährung und Gesundheit erhalten Fachkräfte auf den Seiten des Verbands für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB). Hier hat der Nutzer kostenlos Zugriff auf eine Auswahl von Fachartikeln aus dem UGB-FORUM. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) stellt Fachinformationen zu aktuellen Themen bereit. Wer Fragen zum Kochen und Backen hat, ist beim Internet-Pendant der Zeitschrift "Kochen und Genießen" richtig aufgehoben. Neben Warenkunden, einem Gewürzbord und einem Ratgeber mit nützlichen Informationen für die Zubereitung von Speisen findet sich hier unter anderem auch eine Pinnwand zum Hinterlassen von Fragen und Antworten.

Durchs Internet ganz vorn dabei

Die neuen Technologien bieten eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten, doch zum effizienten Umgang mit diesen Instrumenten gibt es keine einfache Rezeptur. Jeder muss für sich entscheiden, in welcher Form und wie intensiv er Computer und Internet nutzt. Wer aber rechtzeitig Erfahrungen sammelt und sich in der Nutzung des Webs übt, kann einen erheblichen Kompetenz- und Wettbewerbsvorsprung erlangen. Denn das Internet ist kein Trend, sondern wird schon bald seinen festen Platz im Medien- und Kommunika-tions-Mix erreicht haben.

Themenspezifische Web-Treffpunkte

Umweltmedizinisches Informationsforum
www.uminfo.de

Allergie-Informationsdienst Inzell
www.allergie-infodienst.de

Oecotrophologie und Ernährungsberatung
www.oecotrophologie.de

Magersuchthyperlink
www.magersucht-online.de

Jodmangel vom Arbeitskreis Jodmangel
www.jodmangel.de

Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind
www.aak.de

Diabetes Info Server
www.diabeticus.de

Service- und Infodienst für das Management der GV-Branche
www.gv-net.de


Fachportale

Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz (DEBInet)
www.ernaehrung.de

Forum Ernährung Österreichs
www.forum-ernaehrung.at

Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. (UGB)
www.ugb.de

Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände e. V. (AgV)
www.agv.de

Zeitschrift Kochen und Genießen
www.kochen-und-geniessen.de

bio verlag (Schrot & Korn)
www.naturkost.de

Bundesverband Verbraucher Initiative e.V. (Gentechnik)
www.transgen.de

Behr´s Verlag (Hygiene)
www.haccp.de


Quelle:  Schneider, B.: UGB-Forum 3/01, S. 130-133

Den vollständigen Artikel können Sie hier als PDF herunterladen.

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