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Histaminintoleranz: Unverträglichkeit mit vielen Gesichtern

Dipl. oec. troph. Karen Nespethal

Rund ein Prozent der Bundesbürger leidet an einer Histaminintoleranz. Oft bleibt die Unverträglichkeit jahrelang unentdeckt. Grund dafür sind vor allem die nicht eindeutig zuzuordnenden Symptome, wie Magen-Darm-Beschwerden, Migräne, Müdigkeit oder niedriger Blutdruck. Zudem ziehen die Therapeuten nicht gleich Histamin als Ursache in Betracht, da die Unverträglichkeit nur sehr selten vorkommt.

 

Wichtig für eine sichere Diagnose sind neben Labortests eine genaue Anamnese der Verzehrsgewohnheiten und der auftretenden Beschwerden. Deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Histamin der Auslöser ist, gibt eine drei- bis vierwöchige Auslassdiät den sichersten Aufschluss. Ursache für die Erkrankung ist ein Überschuss von Histamin im Körper.

Ausgelöst wird sie entweder durch einen Mangel an dem Histamin abbauenden Enzym Diaminoxidase (DAO) oder ein Überangebot an Histamin. Die Intoleranz kann durch einen hohen Verzehr histaminhaltiger Lebensmittel oder ein Nachlassen der Enzymaktivität erworben werden. Histamin ist ein biogenes Amin, das in fast allen Körperzellen vorkommt. In Lebensmitteln bildet sich Histamin bei Reifungs- und Lagerungsprozessen. Die Betroffenen sollten deshalb gereifte, fermentierte oder vergorene Lebensmittel wie Konserven, Wurst, lang gereifte Käsesorten, Wein oder Bier meiden. Histaminarm ist in der Regel alles, was frisch ist, zum Beispiel die meisten Gemüsearten, Getreide und frische Milchprodukte.