Helmut Million
Schadstoffe, Antibiotika und Nematoden haben Fisch in Verruf gebracht. Frisch eingekauft, richtig zubereitet und in Maßen genossen, ist das Lebensmittelaus dem Wasser dennoch ein besondererGenuß.
Fisch hat es in sich: Hochwertiges Eiweiß, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, fettlösliche Vitamine und der knappe Mineralstoff Jod in Meeresfisch machen ihn zu einem wertvollen Lebensmittel. Andererseits gibt Fisch immer wieder Anlaß zu negativen Schlagzeilen: Nematodenbefall, Rückstände von Schwermetallen, Überfischung der Meere und zerstörerische Fangmethoden trüben die Lust auf das nährstoffreiche Lebensmittel. Wer auf Frische und Herkunft achtet und nur gelegentlich zugreift, kann Fisch jedoch unbeschwert genießen.
Nematoden treten bei unsachgemäßer Verarbeitung des Fisches auf. Die Parasiten befinden sich vorwiegend in den Bauchlappen der Tiere. Diese müssen direkt nach dem Fang entfernt werden, damit die Nematoden nicht ins Muskelgewebe wandern. Leider geschieht das nicht immer mit der notwendigen Sorgfalt, weshalb es immer wieder zu Beanstandungen kommt. Fischwürmer kommen vor allem in Seelachs, Rotbarsch, Kabeljau und Hering vor. Sie sind beim Einkauf nicht zu erkennen. Wird der Fisch erhitzt, sterben die Nematoden ab und sind für den Menschen unbedenklich.
Runde Fische wie Makrele, Rotbarsch oder Forelle werden zuerst filetiert und dann enthäutet. Vom Rücken aus beginnend schneidet man den Fisch am Rückgrat entlang bis zum Kopf ein und löst auf jeder Seite das Filet von der Brust-gräte her ab. Bleiben einige Gräten am Fleisch hängen, lassen sie sich mit einer Pinzette herausziehen. Anschließend wird die Haut vom Schwanzende her mit einem Messer von den Filets gelöst. Mit leicht schräg geführten Schnitten können die Filets dann in die verschiedenen Portionsgrößen zerteilt werden.
Gedünstet schmecken Karpfen, Bachforelle, Lachs, Hering, Kabeljau, Schellfisch und Heilbutt sehr gut. Pinseln Sie dafür eine flache Pfanne mit Butterschmalz aus, streuen Sie gehackte Schalotten darüber und legen Sie die gewürzten Fische darauf. Als Kräuter eignen sich Dill, Rosmarin, Estragon, Wacholderbeeren, Majoran und Liebstöckel. Geben Sie etwas Zitronensaft, Weißwein oder Fisch- bzw. Gemüsefond dazu und dünsten Sie den Fisch bei geringer Temperatur. Große Fische sollten Sie von Zeit zu Zeit mit dem Fond begießen, damit sie nicht austrocknen. Der Fischfond ist eine gute Grundlage für Saucen. Er kann etwas eingekocht und mit Sahne verfeinert werden. Auch auf einem Gemüsebett, das schon etwas Flüssigkeit gezogen hat, wird Fisch in wenigen Minuten gar.
Beim Grillen und Braten besteht immer die Gefahr, daß sich krebserregende Stoffe bilden und der Fisch mit viel Fett zubereitet wird. Achten Sie daher darauf, daß die Temperaturen nicht zu hoch werden und Sie sparsam mit Fett umgehen. Für die Pfanne oder den Grill eignen sich Hecht, Zander, Barbe, Sardine, Hering, Kabeljau, Schellfisch, Scholle und Rotbrasse. Würzen Sie den ganzen Fisch oder die Filets mit Salz, Pfeffer und Kräutern, wälzen Sie ihn in wenig gut gesalzener Milch und wenden Sie ihn in Mehl. Anchließend wird der Fisch in etwas heißem Öl oder Butterschmalz bei nicht zu starker Hitze von beiden Seiten gebraten.
Für den Grill reicht es aus, die gewürzten Fische mit etwas Öl oder Butterschmalz zu bepinseln und in einer Grillschale von beiden Seiten zu garen. Richtig zubereitet ist Fisch eine leckere und nährstoffreiche Bereicherung des Speiseplans. Aufgrund der Überfischung der Meere, sollte es jedoch bei einer Portion pro Woche bleiben.
Aus Süß- und Salzwasser
Süßwasserfische:
Aal, Barbe, Barsch, Forelle, Hecht, Karpfen, Schleie, Wels, Zander
Salzwasserfische:
Brasse, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Lachs, Makrele, Rotbarsch, Sardine, Scholle, Schellfisch, Seehecht, Seelachs, Seeteufel, Steinbutt, Thunfisch
Würze für den Fisch
Gewürze:
Salz, Pfeffer, Koriander, Senfsamen, Wacholderbeeren, Zitrone
Kräuter:
Petersilie, Dill, Kerbel, Lorbeer, Rosmarin, Estragon, Majoran, Liebstöckel
Quelle: Million, F.: UGB-Forum 5/97, S. 273-274