Frauke Maria Schönig
"Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen...", heißt es in dem bekannten Kinderreim. Doch wohin mit all den reifen Früchten aus dem Garten, die im Spätsommer geerntet werden wollen. Lesen Sie, was man mit den blauvioletten Früchten alles anstellen kann, bis es heißt: "... der Kleine, der ißt sie alle auf."
Dieses Jahr wird eine gute Ernte erwartet, nachdem weder Frost noch Kälte der Blüte und dem Fruchtansatz geschadet haben. Was aber tun, wenn der Zwetschenbaum voll hängt und sich die Zweige unter der Last der Früchte biegen? Pflaumen und Zwetschen - oder Zwetschgen, wie es im süddeutschen Raum eher heißt - sind einander sehr ähnlich. Die Pflaume ist etwas runder, eiförmiger und eher für den Direktverzehr geeignet. Die häufiger vorkommende Zwetsche ist an ihrer spitzeren ovalen Form erkennbar. Sie hat etwas festeres Fleisch und läßt sich deshalb besser einmachen und trocknen.
Birnen-Zwetschen-Eis (500 ml):
100 g Birnen, sehr fein geschnitten
200 g Zwetschen, sehr fein geschnitten
100 ml Sahne
50 ml Milch
50 g Honig
1/2 Zitrone, ausgepreßt
Die Sahne schlagen, mit allen Zutaten gut verrühren und zu Eis gefrieren - am besten mit einer Eismaschine.
Lecker und gut sättigend sind Zwetschenknödel. Je nach Lust und Laune können Sie die Früchte in einer Hefe-, Kartoffel- oder Quarkknödelmasse verstecken. Klassisch ist der Germknödel aus Hefeteig mit Vanillesauce. Die Knödel lassen sich sowohl mit frischen Früchten als auch mit Pflaumenmus füllen. Wenn Sie frische Pflaumen pürieren, können Sie gemahlene Nüsse zur Füllung geben, damit die Masse nicht zu flüssig wird und davonläuft. Mit einem Salat als Vorspeise sind die Knödel durchaus ein vollständiges Gericht.
Bei Groß und Klein ist auch das Zwetschenmus beliebt. Als Brotaufstrich oder zu einem süßen Hirsebrei schmeckt es besonders kleinen Schleckermäulern gut. Natürlich können Sie auch ganz normale Konfitüre kochen, wobei Mischungen mit säuerlichen Äpfeln, Birnen oder Holunderbeeren besonders gut schmecken.
Zwetschenmus:
3 kg reife Zwetschen Gewürze nach Geschmack:
1 El Zimt, gemahlen
1 El Sternanis und/oder
5-6 Nelken
Die sauberen Früchte entsteinen und durchschneiden. Mit den Gewürzen einmal gut aufkochen und 12-24 Stunden bei kleinster Flamme köcheln lassen, bis die Masse auf ein Drittel reduziert ist. Mit dem Mixstab pürieren und heiß in Gläser mit Schraubverschluß abfüllen. Eventuell zum Schluß noch etwas Zwetschenwasser oder Rum dazugeben.
Die getrockneten Früchte lassen sich am besten in nicht zu großen Gläsern und Metalldosen im kühlen, dunklen Keller lagern. Es ist erstaunlich, was sich mit dem Trockenobst alles anstellen läßt: Als süße Knabberei für zwischendurch, fürs Müsli oder als Grundlage vieler anderer Rezepte schmecken sie hervorragend. Sogar für pikante Chutneys lassen sich Trockenpflaumen verwenden.
Eingemachtes Obst ist sehr vielseitig und steht immer im Kellerregal bereit. Es schmeckt als einfacher, schneller Nachtisch oder als Beilage zu Grießbrei und Milchreis, und Sie können damit auch mal Kuchen backen. So haben Sie das ganze Jahr etwas von der Sommerernte.
Chutney aus getrockneten Zwetschen:
200 g Zwetschen, getrocknet
100 g Birnen oder Äpfel, getrocknet
1/4 l Obstessig
200 g Zwiebeln
5 El Honig
50 g Rosinen, ungeschwefelt
1/2 Tl Salz
1 Tl Piment, gemahlen
1 El Ingwer, gemahlen
1 Msp. Cayennepfeffer, gemahlen
Das Trockenobst sehr fein schneiden und etwa zwei Stunden im Essig quellen lassen. Die Zwiebeln fein würfeln, glasig dünsten und mit Obst, Honig und Rosinen aufkochen, dabei ständig rühren, bis ein dickes Mus entsteht. Mit den Gewürzen abschmecken, nochmals aufkochen und sofort in kleine Schraubgläser füllen. So ist es, kühl gelagert, etwa 3-6 Monate haltbar. Dieses Chutney paßt gut zu einfachen Reisgerichten, Geflügel und Schweinefleisch, und bringt sogar Geschmack an Tofu.
Quelle: Schönig, F.M.: UGB-Forum 4/98, S. 213-214
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