Kooperationspartner

Senioren: Gesundheit und Pflege für alle

Andreas Kutschke

In 20 Jahren werden in Deutschland mehr als 20 Millionen Menschen über 60 Jahre leben. Die wachsende Zahl Älterer bedeutet auch mehr Pflegebedarf und damit mehr Kosten. Dringend müssen heute schon Strategien entwickelt werden, die den Anforderungen der Zukunft gerecht werden.

Die häufigsten Erkrankungen, die in Deutschland zu einer Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung führen, sind Kreislauferkrankungen, psychische Erkrankungen wie Demenz, Krebs, Krankheiten des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes sowie Schlaganfall. Die Erkrankungen nehmen mit dem Alter deutlich zu – vor allem chronische Beschwerden.

So leiden viele Senioren an mehreren Krankheiten gleichzeitig. 30 Prozent der Betroffenen haben fünf und mehr Diagnosen, woraus ein hoher Bedarf an medizinischen, pflegerischen und sozialen Hilfen resultiert. In Deutschland sind heute etwa 2,1 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Sozialgesetzbuchs. Bis 2040 wird sich diese Zahl voraussichtlich auf 3,4 Millionen erhöhen. Die offiziellen Zahlen lassen aber außer Acht, dass viele Menschen Pflege benötigen, aber nicht die Kriterien der Pflegeversicherung erfüllen. So müssen Leistungen im vorpflegerischen Bereich wie Unterstützung beim Einkauf, Putzen, Baden oder Haarewaschen von vielen Pflegebedürftigen selbst finanziert werden. Für einkommensschwache Senioren bedeutet dies große finanzielle Belastungen. Kriterien der Pflegeeinstufung müssen deshalb den vorpflegerischen Bereich stärker als bisher berücksichtigen. Um der zunehmenden Zahl der Pflegebedürftigen und dem wachsenden Versorgungsbedarf gerecht zu werden, müssen entsprechende Strukturen geschaffen werden. Pflegende Angehörige zu unterstützen und unabhängige Pflegestützpunkte einzurichten, sind ein Ansatz.

Quelle:  Kutschke, A.: UGB-Forum 4/08 S. 189-192

Den vollständigen Artikel können Sie hier als PDF herunterladen.