Kooperationspartner

Supermarktmacht: Wer zahlt den Preis?

Uwe Wötzel

Der Einzelhandel wird von einer immer kleiner werdenden Zahl von Supermarktketten dominiert. Das führt zu unfairen Machtverhältnissen. Die Folge: miserable Arbeitsbedingungen und Löhne für die Verkäuferinnen, Existenzbedrohung für Kleinbauern und Ausbeutung der Arbeiter in den Produktionsländern.

EinkaufswagenDer deutsche Lebensmitteleinzelhandel gilt als einer der härtest umkämpften Märkte der Welt, mit einem außerordentlich niedrigen Preisniveau. Die sechs größten Lebensmitteleinzelhändler verfügen heute bereits über einen Anteil von rund 90 Prozent am Marktvolumen. Je höher der Marktanteil der Handelskonzerne, desto mehr verschärft sich die Marktkonzentration beim Wareneinkauf und die Abhängigkeit der Lieferanten einschließlich der Erzeuger. Denn um zusätzliche Marktanteile zu gewinnen, werden Lieferanten und Produzenten von den Supermarktketten im Preis gedrückt, Vertragskonditionen diktiert. Den Lieferanten bleibt häufig nichts anderes übrig, als die Preis-, Qualitäts- und Liefervorgaben des Einzelhandels zu akzeptieren. Kleinbauern sind aufgrund dieser Vorgaben kaum mehr in der Lage, ihre Produkte bei Supermärkten abzusetzen. So wie die Kunden mit Niedrigpreisen gelockt werden, so werden die Beschäftigten mit Niedriglöhnen abgespeist. Heute liegt das Tarifeinkommen im Einzelhandel 20 Prozent unter dem Durchschnitt. Die Einkaufsmacht der Handelskonzerne verschlechtert auch die Arbeitssituation in den Entwicklungsländern, denn der Kostendruck der Supermarktketten wird entlang der Lieferkette von Importunternehmen und multinationalen Konzernen nach unten weitergegeben. So müssen sich Landarbeiter im Süden mit niedrigsten Löhnen zufrieden geben. Gleichzeitig verschlechtert sich durch das Preisdumping die Qualität der Waren.

Quelle: Wötzel, U., UGB-Forum 1/2010, S. 58-61

Fotoquelle: pixelio.de

Den vollständigen Artikel können Sie hier als PDF herunterladen.