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Armut macht Kinder krank

Dipl. oec. troph. Nicole Rehrmann

In Deutschland leben rund 2,5 Millionen Kinder von Sozialhilfe. Sie sind in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Besonders gravierend: Armut macht Kinder krank. Das belegen verschiedene aktuelle Studien.

 

In Deutschland sind Kinder häufiger von Armut betroffen als der Rest der Bevölkerung. Während 12 Prozent aller deutschen Haushalte als arm gelten, steht dem eine Rate von 19 Prozent für Familien mit Kindern gegenüber. Zu Einschnitten kommt es beim Wohnen, bei Sozialkontakten, in der Bildung und bei der Ernährung. So stehen bei armen Schulkindern seltener Obst und Gemüse auf dem Speiseplan, dafür häufiger Fettreiches, tierische Lebensmittel und Süßigkeiten. Tatsächlich schlagen pflanzliche Lebensmittel beim Einkauf besonders zu Buche.

Mehr als ein Drittel der Kosten für gesunde Ernährung entfallen auf Obst und Gemüse, wie eine Erhebung des Forschungsinstituts für Kinderernährung ergab. Das FKE errechnete, dass die Regelsätze für Kinder nach dem ALG II gerade einmal den Bedarf von Dreijährigen decken. Bei älteren Kindern weichen die realen Kosten drastisch von den Regelsätzen ab. Die Finanzlücke für 15- bis 18-Jährige beträgt monatlich fast 80 Euro. Falsche Ernährung und wenig Bewegung führen unweigerlich zu Übergewicht. Und so zeigen die Daten der KIGGS-Studie, dass bei Kindern aus Familien mit niedrigerem Sozialstatus und aus Migrantenfamilien Übergewicht bis zu dreimal häufiger auftritt. Insgesamt leben sie mit mehr gesundheitlichen Risikofaktoren, nutzen seltener die Früherkennungsuntersuchungen und haben deutlich schlechtere Zähne.

Quelle:  Rehrmann, N.: UGB-Forum 4/08 S. 172-175

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