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Ein dicker Bauch riskiert Diabetes

Dr. med. Thomas Skurk

Rund jeder Zweite mit starkem Übergewicht erkrankt früher oder später an Typ 2 Diabetes. Für die Entstehung der Zuckerkrankheit werden immer häufiger entzündliche Mechanismen diskutiert. Denn das Fettgewebe setzt eine Reihe von Botenstoffen frei, die Entzündung fördern.

 

Diabetes Typ 2 ist die häufigste chronische Stoffwechselerkrankung. Im Vergleich zu schlanken Personen haben Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 ein 40- bis 80-fach erhöhtes Diabetesrisiko. Besonders um den Bauch gelegene Fettdepots erhöhen das Risiko für eine Insulinresistenz. Der Taillenumfang ist sogar unabhängig vom BMI ein Risikofaktor. Eine Reihe von Studien zeigt, dass verschiedene Entzündungsmarker im Blut wie erhöhte Konzentrationen an

Zytokinen, Leukozyten und Fibrinogen auf ein erhöhtes Diabetesrisiko hinweisen.

Das gilt allerdings nur für den Diabetes Typ 2, der Typ 1 ist davon nicht betroffen. Heute weiß man, dass das Fettgewebe nicht nur Fett speichert, sondern sehr stoffwechselaktiv ist. Es bildet eine Reihe von Molekülen wie Zytokine und Chemokine, die auf das Immunsystem Einfluss ausüben. Diese Substanzen können so genannte niedriggradige Entzündungen hervorrufen. Insbesondere vergrößerte Fettzellen bilden vermehrt entzündungsfördernde Faktoren. Gleichzeitig verringern sie ihre Produktion an entzündungshemmenden Botenstoffen. Bei Übergewicht sollte auf jeden Fall eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. In Kombination mit einem Trainingsprogramm kann der Gewichtsverlust dazu führen, die Größe der Fettzellen zu reduzieren. Möglicherweise erklärt das den Effekt, dass eine Gewichtsreduktion das Fortschreiten einer Diabeteserkrankung verzögert.