Dipl. oec. troph. Wiebke Franz
Lebensmittel, die viel Vitamin K enthalten, können auch bei einer Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten problemlos gegessen werden. Über die Nahrung aufgenommenes Vitamin K beeinträchtigt den Blutgerinnungsschutz nur unwesentlich.
Nach einem Herzinfarkt oder bei Gefahr von Thrombosen bekommen Patienten häufig Medikamente verordnet, z. B. Marcumar, die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen. Die in den Mitteln enthaltenen Cumarinderivate hemmen die Bildung der Gerinnungsfaktoren in der Leber und sorgen so dafür, daß das Blut im Fluß bleibt. Vitamin K hat eine entgegengesetzte Wirkung und regt die Synthese dieser Faktoren an. Einige Mediziner sind daher der Ansicht, daß bei der Einnahme von Gerinnungshemmern auf eine geringe Vitamin-K-Aufnahme geachtet werden sollte oder die Mittel höher dosiert werden müssen. Verschiedene Untersuchungen und Beobachtungen aus der Praxis haben jedoch gezeigt, daß die Zufuhr Vitamin-K-reicher Lebensmittel, wie Blumenkohl, Sauerkraut und Spinat, die Wirkung des Medikamentes nur gering beeinflußt. Es ist deshalb nicht erforderlich, eine Diät einzuhalten, die wenig Vitamin K enthält. Es ist ohnehin nicht genau bekannt, wieviel des Vitamins der einzelne aus der Nahrung resorbiert, da die Aufnahme von zahlreichen Faktoren wie Fettzufuhr, Gallsensaftsekretion und der Aktivität eines Enzyms der Bauchspeicheldrüse abhängt. Daher empfehlen Ärzte heute lediglich, bei der Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten keine einseitige Ernährung zu praktizieren und keine spezielle Diät durchzuführen. Außerdem sollten die Patienten keine vitamin-K-haltigen Nahrungsergänzungspräparate einnehmen.
LITERATUR:
BIESALSKI, H.-K. u.a.: Ernährungsmedizin. S. 118-119, Thieme, Stuttgart 1995
KASPER, H.: Ernährung und Marcumar-Therapie. In: Medizin und Ernährung Supplement 6, S. 39, 1997
Quelle: Franz, W.: UGB-Forum 1/99, S. 52
Beitrag aus dem UGB-Archiv: Inhalte sind durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse möglicherweise neu zu bewerten.