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Nationale Verzehrsstudie II: So isst Deutschland

Dipl. oec. troph. Kathi Dittrich

Jetzt ist es amtlich: Die Deutschen werden immer dicker. Die zweite Nationale Verzehrsstudie wartet aber auch mit überraschenden Erkenntnissen auf. Die meisten Frauen und immer mehr Männer meinen, dass sie gut kochen können. Und alkoholfreie Getränke sind wichtige Vitaminquellen.

Die Nationale Verzehrsstudie II liefert nach 20 Jahren endlich aktuelle und vor allem repräsentative Zahlen zur Ernährungslage der Deutschen. Dazu wurden fast 20.000 Interviews geführt, Essgewohnheiten genau protokolliert und ein Teil der Studienteilnehmer gemessen und gewogen. Die Waage zeigt bei immer mehr Deutschen viel zu viel an: 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen sind übergewichtig. Menschen mit geringem Einkommen und niedrigerer Schulbildung sind tendenziell dicker und ernähren sich insgesamt schlechter. Sie greifen weniger zu Gemüse, Obst und Fisch, stattdessen zu mehr Wurstwaren, Süßigkeiten, Limonade und Alkohol.

Bei Gemüse, das die größte Lebensmittelmenge ausmachen sollte, sind alle sehr zurückhaltend. Rund 87 Prozent erreichen die Empfehlung von 400 Gramm täglich nicht. Bei Obst sieht es zwar besser aus. Aber auch hier kommen nur 40 Prozent aller Befragten auf die empfohlene Obstmenge von 250 Gramm pro Tag. Dennoch sind die meisten mit Vitaminen und Mineralstoffen gut versorgt. Dazu tragen unter anderem auch Fruchtsäfte sowie angereicherte Getränke bei, die relativ oft ins Glas kommen. 25 Prozent schlucken zudem regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. Jetzt müssen den Daten Taten folgen. Die Bundesregierung muss z. B. Maßnahmen fördern, die gezielt bei den sozial Schwächeren ansetzen. Ziel sollte sein, konkrete Ernährungsfertigkeiten zu vermitteln und die Bildungschancen generell zu verbessern.

Quelle:  Dittrich, K.: UGB-Forum 4/08 S. 192-195

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