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Schlank durch Eiweißbrot?

In Bäckereien und Supermärkten sind immer häufiger Brote zu finden, die mit ihrem Eiweißgehalt oder dem Begriff Abendbrot werben. Die Brote enthalten weniger Kohlenhydrate als ein normaler Brotlaib und werden im Rahmen von Low-Carb-Diäten wie Schlank-im-Schlaf angepriesen.

Der Verzicht auf Kohlenhydrate zum Abendbrot soll das Ansteigen des Insulinspiegels am Abend mäßigen und die Fettverbrennung in der Nacht ankurbeln. Doch wer einfach nur normales Brot gegen Eiweißbrot austauscht, wird damit sicher nicht abnehmen. Zumal Eiweißbrote nicht weniger Kalorien als normales Brot enthalten, sondern häufig deutlich mehr. Denn das für Brot übliche Mehl wird teilweise durch Soja- und Lupinenschrot sowie durch Samen und Nüsse ersetzt und die bringen neben mehr Protein auch mehr Fett ins Brot.

Zudem ist Eiweißbrot nicht gleich Eiweißbrot. Die auf dem Markt angebotenen Brote und Backmischungen sind ganz unterschiedlich zusammengesetzt. Während einige nur 4-7 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm liefern, kommen andere auf über 28 Gramm. Damit liegen sie nur wenig unter den 38 Gramm eines Vollkornbrotes. Entsprechend schwankt auch der Proteingehalt der Eiweißbrote von 13- 26 Gramm pro 100 Gramm. Zum Vergleich: Ein Roggenvollkornbrot liefert rund 7 Gramm Protein. Ganz ohne Mehl gelingen aber auch Eiweißbrote nicht. Damit das Backergebnis stimmt, kommen meist noch isoliertes Weizenprotein, Molkenprotein sowie isolierte Ballaststoffe wie Apfelfasern oder Haferkleie an den Teig.

Das Ergebnis ist ein weiches und lockeres Körnerbrot, dass leicht klebrig und etwas gummiartig ist. Durch die lockere Konsistenz werden schnell mal ein paar Scheiben mehr verzehrt als von normalen Brot. Das treibt die Kalorienaufnahme hoch und erschwert das Abnehmen. Wer abends weniger Kohlenhydrate essen will, ist mit einem großen Salatteller besser bedient.


Foto: Birgit H. pixelio.de