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Der faire Rat: Bio – aus gutem Grund

Überfüllte Hühnerställe, falsch deklarierte Orangen, Dioxin in Eiern – auch Bio-Lebensmittel haben ihre Skandale. Viele Verbraucher fragen sich daher: „Lohnt es sich überhaupt Bio-Produkte zu kaufen?. Wir meinen: Ja! Denn der Bioanbau ist nach wie vor die beste Alternative für Mensch, Tier und Umwelt.

Besserer Schutz fürs Tier

Für die deutschen Verbraucher ist Tierschutz einer der Hauptgründe für den Kauf von Bioprodukten. Zu recht, denn Bio-Landwirte bemühen sich, ihren Tieren so gut es geht natürliche Verhaltensweisen zu ermöglichen. Es gibt zwar auch riesige Bio-Betriebe, dennoch haben ökologisch gehaltene Tiere mehr Platz im Stall, dürfen nach draußen, haben mehr Zeit zum Wachsen und werden nicht vorbeugend mit Medikamenten behandelt. Quälerische Maßnahmen wie das Kupieren von Schwänzen oder Schnäbeln oder das Abkneifen von Zähnen sind nicht routinemäßig erlaubt. Zudem darf ein Bio-Bauer nur so viele Tiere halten, wie er mit seinen Flächen auch ernähren kann. Das verhindert Massentierhaltung und eine Überdünung der Felder.

Weniger Rückstände – mehr Geschmack

Viele Verbraucher erwarten von Bio-Lebensmitteln einen besonderen gesundheitlichen Nutzen. Ökologisch erzeugte Lebensmittel können vor allem mit weniger Schadstoffen punkten, wie regelmäßige Rückstandskontrollen belegen. Während bei herkömmlich angebautem Obst und Gemüse Belastungen mit Pestiziden immer wieder für negative Schlagzeilen sorgen, werden diese im Bioanbau nicht eingesetzt. Ökologisch gehaltene Hühner und Schweine sind zudem seltener mit antibiotikaresistenten Keimen belastet.
Ob Bioprodukte mehr Inhaltsstoffe bieten, ist umstritten. Einzelne Studien haben zwar ein Plus an verschiedenen gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen in Bio-Obst und Gemüse entdeckt, beispielsweise bioaktive Phenole in Äpfeln, Mais, Erdbeeren und Brombeeren. Eine große Übersicht kommt allerdings zu dem Ergebnis: Bioprodukte enthalten im Großen und Ganzen nicht mehr Vitamine, Mineral- und andere Wirkstoffe als konventionell erzeugte Lebensmittel. Hier kommt es mehr auf die Sorte, den Standort und die Sonneneinstrahlung an.
Auch beim Geschmack scheiden sich die Geister. Da biologisch angebaute Pflanzen keine mineralischen Stickstoffdünger erhalten, wachsen sie langsamer und lagern weniger Wasser ein, wodurch die Nähr- und Aromastoffe konzentrierter vorliegen. Deshalb schneiden Möhren, Kartoffeln oder Äpfel aus Bioanbau in punkto Geschmack häufig besser ab. Nicht umsonst setzen Spitzenköche in gehobenen Hotelküchen und Sterne-Restaurants immer häufiger Bioprodukte ein.

Pluspunkte für die Umwelt

Ein besonders wichtiges Argument für den Bioanbau ist sein Einfluss auf die Umwelt. Biolebensmittel stehen für Trinkwasser- und Klimaschutz, niedrigeren Energieverbrauch und Artenvielfalt. Da Biobauern ihre Äcker überwiegend mit Mist, Gülle, Kompost oder Grünpflanzen vom eigenen Hof düngen, gelangen weniger Stickstoffe ins Grundwasser. Außerdem sind Gewässer in der Nähe von biologisch bewirtschafteten Feldern weniger mit Pestiziden belastet. Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger hat noch weitere Vorteile. Er spart Rohstoffe und Energie, die für die Produktion benötigt werden. Außerdem ist die Artenvielfalt auf Feldern und Obstplantagen ohne Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel viel größer.

Hohe Qualität

Nicht nur auf dem Acker und im Stall gelten strenge Vorschriften. Auch in der Verarbeitung ist klar geregelt, was in die Produkte darf und was nicht. So haben Süßstoffe, Stabilisatoren und synthetische Farbstoffe, Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker in Biowaren nichts verloren. Die EG-Öko-Verordnung erlaubt für Biowaren nur 47 der insgesamt über 300 zugelassenen Zusatzstoffe. Anbauverbände wie Demeter, Bioland oder Naturland schränken diese Zahl sogar noch stärker ein. Auch Gentechnik, ob in Futtermitteln oder Hilfsstoffen für der Lebensmittelindustrie, kommt bei Bio nicht in die Tüte.

Foto: BioAustria