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Palmöl in der Kritik

Haben Sie schon einmal Palmöl gegessen? Garantiert, denn das Öl der tropischen Ölpalme steckt in fast jedem zweiten Produkt aus dem Supermarkt. Das billige Fett aus der Ölpalme wird für Margarine, Knabbergebäck, Schokoaufstrich, Eiscreme und Backwaren eingesetzt und ist Ausgangsstoff für Shampoo, Waschmittel und Biosprit. Weil für den Anbau tropischer Regenwald abgeholzt wird, ist das Fett aus der Ölpalme äußerst umstritten.

Gravierende Umweltschäden

Das Fett aus den Früchten der Ölpalme ist zwar günstig zu produzieren und vielseitig einzusetzen, hat aber ein gravierendes Problem: Ölpalmen wachsen weltweit fast ausschließlich auf Flächen, auf denen einst Regenwald stand. Zwei Drittel des weltweit produzierten Palmöls stammen mittlerweile aus Indonesien und Malaysia. Für den Anbau der Ölfrüchte wird in diesen Ländern seit Jahren großflächig Regenwald zerstört. Seit 1990 hat sich die Fläche für Ölpalmen weltweit verdoppelt. Palmölplantagen bedecken inzwischen zwölf Millionen Hektar der Erdoberfläche. Das ist etwa ein Drittel der Bundesrepublik Deutschland. Die in den Anbauregionen lebenden Menschen werden teilweise gewaltsam vertrieben. Die riesigen Monokulturen bedrohen die biologische Vielfalt und rauben Arten wie Orang-Utan und Tiger den Lebensraum. Hinzu kommt, dass durch die Trockenlegung der Böden gewaltige Mengen Kohlendioxid frei werden. Indonesien ist dadurch in den letzten Jahren zu dem weltweit drittgrößten Produzent von Treibhausgasen aufgestiegen.

Gesundheitlich weniger wertvoll

Das Öl aus dem Fleisch der Palmfrüchte besteht fast zur Hälfte aus gesättigten Fettsäuren. Ein Zuviel dieser Fettsäuren kann hohe Cholesterinwerte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Für Kakaoglasuren und Schokoaufstrich wird gerne das festere Fett aus den Kernen der Palmfrüchte verwendet, das sogar auf 80 Prozent gesättigte Fettsäuren kommt. Etwas besser werden die ebenfalls enthaltenen mittel- und kurzkettigen Fettsäuren bewertet. Bei der Produktion von Palmöl können zudem sogenannte Fettsäureester (3 -MCPD- und Glycidol-Fettsäureester) entstehen, die als krebserregend gelten.

Was kann ich tun?

Ob ein Produkt Palmöl enthält, ist derzeit nicht erkennbar. Denn auf der Verpackung muss nur der allgemeine Hinweise „pflanzliche Öle/Fett“ angegeben sein. Das wird sich Ende 2014 zumindest für Lebensmittel ändern. Denn dann tritt eine neue EU-Richtlinie in Kraft, nach der die Hersteller auf den Verpackungen genau angeben müssen, welche Pflanzenfette in ihren Produkten stecken. Sie als Verbraucher haben dann die Wahl, ökologisch bedenkliches Palmöl im Regal stehen zu lassen.
Es gibt zwar auch Siegel, die für nachhaltig erzeugtes Palmöl werben. Doch einige Umweltorganisationen bezeichnen die Zertifikate als Etikettenschwindel, da sie an Monokulturen und Abholzung von Regenwald wenig ändern. Strenge Anforderungen setzt da das Biosiegel, das auf Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und soziale Standards Wert legt.

Etliche Nichtregierungsorganisationen wie Robin Wood, WWF oder rettet den Regenwald setzen sich für den Erhalt von Regenwald und die Rechte der Landbevölkerung ein.

KD

Foto: Claudia Hautumm/pixelio.de