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Schilddrüse: Läuft nicht immer rund

Bleierne Müdigkeit, Haarausfall, Stimmungsschwankungen bis hin zu Angstattacken können Anzeichen für eine Schilddrüsenerkrankung sein. In Deutschland leiden rund 30 Millionen Menschen an einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Oft werden die Erkrankungen viel zu spät entdeckt.

Klein, aber wichtig

Vor allem Frauen ab dem 45. Lebensjahr sind von einer Erkrankung der Schilddrüse betroffen. Häufig müssen sie jahrelange Beschwerden, Fehlbehandlungen und Veränderungen des Stoffwechsels hinnehmen, bis die eigentliche Ursache entdeckt wird. Die Zusammenhänge sind kompliziert und eine Messung der Schilddrüsenhormone allein ergibt nicht immer ausreichend Hinweise.

Die Schilddrüse ist nur etwas größer als ein Daumennagel und liegt unterhalb des Kehlkopfes auf der Luftröhre. Trotz ihrer geringen Größe nimmt sie erheblichen Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel. Die von ihr gebildeten Hormone steuern die Verwertung der Nahrung, den Energie- und Wasserhaushalt, die Temperaturegulation und die Ausbildung des Nervensystems. Damit sie gut funktioniert, benötigt die Schilddrüse ausreichend Jod. Über Fisch, jodiertes Salz, Milch und Milchprodukte nehmen wir in der Regel genug auf. Ein Zuviel des Mineralstoffs steht aber gleichzeitig in Verdacht, bei sensiblen Menschen eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse zu begünstigen. Vor der Einnahme von Jod sollte daher genau abgewogen werden, für wen wie viel Jod sinnvoll ist.

Häufige Erkrankungen: Von Kropf bis Hashimoto

Zu der häufigsten Schilddrüsenerkrankung zählt der Kropf, medizinisch Struma genannt. Hierbei handelt es sich um eine Schwellung oder Vermehrung von Schilddrüsengewebe, die sowohl eine Überfunktion als auch eine Unterfunktion zur Ursache haben kann. Häufig bilden sich auch Zysten, die die Funktion des Organs beeinflussen kann. Davon zu unterscheiden sind die Autoimmunerkrankungen Morbus Basedow und Hashimoto, bei der vom Körper gebildete Antikörper die Hormonproduktion beeinflussen und sogar zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes führen können. Die genauen Ursachen für diese Autoimmunerkrankungen sind bislang unbekannt. Betroffene müssen lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen. KD

Zum Weiterlesen:

  • Die Schilddrüse. Broschüre des Feministischen Frauengesundheitszentrums Berlin 2104, www.ffgz.de
  • Schilddrüsenprobleme natürlich behandeln. Andrea Flemmer, Schlütersche Verlags GmbH, Hannover 2014
  • Hashimoto. Dr. med. Eberhard J. Wormer, Mankau, Murnau 2014
    • Foto: Rainer Sturm/pixelio.de