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Europäer wollen kein Klonfleisch

Das Europäische Parlament hat sich im September mit großer Mehrheit für ein Verbot des Klonens von Tieren zur Lebensmittelproduktion ausgesprochen. In Europa ist weder Bedarf für Fleisch von geklonten Tieren noch ist es mit den Ansprüchen des Tierschutz zu vereinbaren.

Tiere aus dem Labor?

Beim Klonen handelt es sich um eine ungeschlechtliche Vermehrung von Lebewesen, bei denen eine identische genetische Kopie erzeugt wird. Klon-Tiere haben also die selben Gene wie das Spendertier. Im Labor wird dafür in eine Eizelle Erbmaterial des zu klonenden Tieres eingeschleust. Die so präparierte Eizelle wird in eine Leihmutter - beispielsweise eine Kuh oder ein Schaf - eingepflanzt, die den Embryo dann bis zu Geburt austrägt. Ziel ist es, einheitliche Zuchtergebnisse zu erhalten.

Die Technik des Klonens ist für die Tiere mit enormem Leid verbunden. Nur bei wenigen der transplantierten Embryos kommt es überhaupt zur Geburt und bei der Geburt treten häufig Komplikationen auf. Im weiteren Lebensverlauf sterben viele geklonte Tiere qualvoll an verschiedenen Krankheiten.

Essen wir schon Klonfleisch?

In den USA ist Klonfleisch seit 2008 zugelassen. Es muss allerdings nicht gekennzeichnet werden und ist daher für den Verbraucher nicht zu erkennen. Die amerikanischen Behörden halten den Verzehr von Fleisch und Milch geklonter Tiere für gesundheitlich unbedenklich. In Deutschland ist das Klonen von Tieren verboten. Allerdings kann Fleisch und die Milch von Nachfahren geklonter Tiere bei uns in den Handel gelangen.

Die Mehrzahl der Europäischen Verbraucher möchte kein Klonfleisch auf dem Teller. Daher ist es richtig, dass sich das Europäische Parlament jetzt eindeutig dagegen ausgesprochen hat. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Nutzung von Klontieren in der EU jetzt vom Tisch ist. Vielmehr hat sich der Ministerrat der europäischen Union grundsätzlich dafür ausgesprochen, Fleisch von geklonten Tieren in die sogenannte Novel-Food-Verordnung einzubeziehen. Und auch die Europäische Kommission ist gegen ein generelles Verbot. Jetzt ist es an den einzelnen Regierungen, nachzuverhandeln und den Wunsch der Bürger auch politisch umzusetzen. KD

Foto: Uschi Dreiucker/pixelio.de