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Bewegung: Das beste Anti-Aging-Mittel

Die Geschäfte mit Verjüngungspillen und Anti-Aging-Präparaten laufen zwar bestens, doch es gibt keinen Beweis für deren Wirksamkeit. Das beste Rezept, um dem biologischen Altern die Stirn zu bieten, ist richtig dosierte Bewegung, weiß Dr. Markus Schwarz vom sportwissenschaftlichen Institut der Universität des Saarlandes.

Ein gut trainiertes Herz

Sauerstoff ist das Anti-Aging-Elixier schlechthin. Daher kommt der Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems eine Schlüsselrolle zu, weil es alle Zellen unseres Körpers mit Sauerstoff versorgt. Bei jedem Menschen nimmt die Herzkraft mit zunehmendem Alter ab, doch regelmäßiges Training verlangsamt diesen Prozess. Der Körper muss dann zum Beispiel weniger Adrenalin ausschütten, ein Stresshormon, das ansonsten ein träges Herz bereits bei geringer Beanspruchung antreiben muss. Ein gut trainiertes Herz muss für die gleiche Leistung weniger oft schlagen als ein untrainiertes. Daher kann ein 70 Jahre alter Jogger ohne weiteres deutlich fitter sein als ein untrainierter 30-Jähriger.

Ausdauersport schützt Zellen

Durch regelmäßige sportliche Betätigung lässt sich der Alterungsprozess von Zellen und Blutgefäßen verlangsamen. Um seine Lebensfähigkeit zu erhalten, bildet unser Organismus ständig neue Zellen. Doch jede Zellteilung lässt die menschlichen Chromosomen an ihren Enden altern. Herzspezialisten der Universitätsklinik des Saarlandes haben kürzlich nachgewiesen, dass regelmäßiger Ausdauersport die Alterung der Chromosomen und somit der Zellen deutlich verzögert. Darüber hinaus schützt körperliches Training die Zellschicht an den Innenwänden der Blutgefäße. Ablagerungen aus Cholesterin und verschlissenem Zellmaterial, die zu einer Verengung der Gefäße und damit zur Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) führen, werden verhindert. Das Blut kann besser durch den Körper zirkulieren und alle wichtigen Organe mit ausreichend Sauerstoff versorgen. Wer Sport treibt, hält zudem die sogenannten freien Radikale in Schach. Diese chemisch sehr aggressiven Substanzen können Zellen und das Erbgut angreifen und womöglich irreparable Schäden anrichten. Sport in vernünftiger Dosierung aktiviert Antioxidanzien und Reparaturmechanismen. Aktuelle Studien belegen, dass regelmäßig aktive Ausdauersportler sich im Vergleich zu Sportmuffeln um bis zu zehn Jahre jünger trainieren können.

Wie oft trainieren?

Damit ein Ausdauertraining zu positiven Effekten führt, sollten Sie mindestens zwei- bis dreimal pro Woche jeweils 20 bis 30 Minuten lang trainieren. Schwieriger ist es, die richtige Intensität festzulegen. Wer nicht immer seinen Puls am Handgelenk oder Hals messen oder sich ein Pulsmessgerät zulegen will, liegt nicht falsch, wenn er sich beim Sport zwar etwas mühsam, aber noch verständlich unterhalten kann. Neben Joggen können auch Laufen, sportliches Gehen, Nordic Walking, Wandern, Radfahren und Schwimmen Herz und Kreislauf stärken. Damit das Training die erhoffte Wirkung bringt, muss mehr als ein Sechstel der Gesamtmuskulatur über einen längeren Zeitraum (in der Regel über zehn Minuten) mit einer bestimmten Intensität (etwa zwischen 50 und 75 Prozent des Maximums) rhythmisch und dynamisch aktiviert werden. Neben Ausdauersport sollte ein umfassendes Gesundheitstraining auch Koordinations-, Dehnungs- und Kräftigungsübungen umfassen.

Foto: D.W./pixelio.de