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Der faire Rat: Sport statt Blutdrucksenker

Wer von Jugend an regelmäßig Sport treibt, leidet im späteren Leben seltener an hohem Blutdruck. Sportlich aktive Menschen können im Alter häufig auf Medikamente verzichten, berichtet der Kardiologe Professor Reinhard Ketelhut.

Rechtzeitig vorbeugen

Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat einen zu hohen Blutdruck. Die meisten sind Sportmuffel und vermeiden körperliche Anstrengung. Dabei ist Bewegungsmangel eine bedeutende Ursache der arteriellen Hypertonie, erläutert der Kardiologe und Sportexperte Professor Reinhard Ketelhut auf einem Kongress der Deutschen Hochdruckliga in Berlin. Menschen mit einer familiären Belastung – etwa wenn die Eltern an Bluthochdruck leiden – sollten von klein auf mit der Prävention beginnen und diese lebenslang fortsetzen.
Aber auch Menschen, die bereits einen erhöhten Blutdruck haben, profitieren von Bewegung. Wer Sport treibt, sein Körpergewicht kontrolliert und auf eine gesunde Ernährung achtet, kann im besten Fall blutdrucksenkende Wirkstoffe einsparen. In einer Studie zeigte sich, dass ein regelmäßiges Training von zwei bis drei Mal die Woche à 30 bis 45 Minuten den Blutdruck effektiv senken kann.

Moderate Bewegung reicht aus

Dabei müssen Hochdruckpatienten keine Höchstleistungen vollbringen. Es reicht oftmals schon aus, sich mit moderater Intensität regelmäßig zu bewegen. Am günstigsten sind Ausdauersportarten wie Jogging, Radfahren, Walking, Schwimmen oder Skilanglauf. Aber auch ein Krafttraining im Fitnesscenter kann eine blutdrucksenkende Wirkung erzielen. Für Menschen mit wenig Zeit kommt ein hochintensives Intervalltraining (HIIT) in Frage, bei dem die Sportler mit kurzen Wiederholungen für ein bis vier Minuten an ihre Leistungsgrenze gehen. Menschen mit Bluthochdruck sollten sich vor Beginn des Trainings jedoch ärztlich untersuchen lassen. Ein Belastungs-EKG kann feststellen, welche Art von Training geeignet ist.

Deutsche Hochdruckliga/kd

Foto: knipseline/pixelio.de