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Können aufgetaute Lebensmittel wieder eingefroren werden?

Der Volksmund rät, einmal aufgetaute Lebensmittel nicht erneut einzufrieren. Bei guter Hygiene lassen sich viele Lebensmittel durchaus ein zweites Mal in die Gefriertruhe stecken. Allerdings leiden darunter Vitamine und Geschmack.

Schnell einfrieren, gut erhitzen

Viele Verpackungen enthalten Hinweise wie „nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren“. Dies ist jedoch in den meisten Fällen eine reine Vorsichtsmaßnahme der Hersteller. Denn bei guter Hygiene kann fast jedes Lebensmittel wieder eingefroren werden. Vor allem beim Auftauen gilt es, die Vermehrung von Keimen gering zu halten. Das geschieht zum Beispiel, indem Tiefkühlkost langsam im Kühlschrank aufgetaut und aufbewahrt wird. Je schneller ein Lebensmittel erneut eingefroren wird, desto besser ist es. Um gesundheitsschädlichen Keimen aus dem Weg zu gehen, sollte man tiefgekühlte bzw. wiedereingefrorene Nahrungsmittel vor dem Verzehr gründlich erhitzen. Durch das Wiedereinfrieren leidet allerdings die sensorische und ernährungsphysiologische Qualität. Geruch, Geschmack und Aussehen sowie verschiedene Nährstoffe können Schaden nehmen.

Vorsicht Keime

Die Empfehlung Tiefgekühltes ausreichend zu erhitzen, gilt auch für eingefrorenes Obst. In den letzten Jahren hatten sich einige Personen durch Tiefkühlbeeren mit dem Norovirus infiziert. Noroviren sind der häufigste Auslöser für Magen-Darm-Erkrankungen. Wenn Obst nach dem Auftauen unerhitzt verzehrt wird, bleiben die Viren aktiv. Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat im Jahr 2014 keine Hepatitis A- oder Noroviren in Tiefkühlobst gefunden. Im Jahr 2015 gab es allerdings eine Rückrufaktion für Tiefkühlbeeren von Aldi-Nord. Tiefkühlkost steht unter ständiger Kontrolle von unabhängigen Laboren. Als Vorsichtsmaßnahme sollten Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Menschen, Schwangere und Kleinkinder auf tiefgefrorenes Obst verzichten oder dieses vor Verzehr gut durcherhitzen.

Anna Mönig/KD
Foto: huellen/pixelio.de