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Algenöl – Alternative zum Fischöl?

Produkte mit und aus Mikroalgen gewinnen in Zeiten von Superfood, Paleo oder Clean Eating gerade an Beliebtheit. Der Handel preist das aus Mikroalgen hergestellte Algenöl vor allem wegen seines hohen Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren an. Aber kann Algenöl tatsächlich eine sinnvolle Alternative zur Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sein?

Omega-3-reiches Algenöl gibt es in Form von Pellets, Kapseln oder als Mixtur mit anderen Pflanzenölen wie Lein-, Walnuss­ oder Sojaöl an. Mit Algenöl angereicherte Öle sind vor allem in Reformhäusern und Bioläden sowie Onlineshops zu finden. Je nach Anbieter variieren die Preise und der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Algenöl als Mixtur wird oft in 250 Milliliter-Fläschchen angeboten und kostet zwischen 5,50 und 24 Euro. Relativ neu ist, dass die Industrie Algenextrakte nun auch Lebensmitteln wie Soja-Joghurt oder Mandelmilch hinzufügt.

Algen brauchen Licht und Wärme

Mikroalgen werden in Aquakulturen gezüchtet. Da sie sehr viel Licht und Wärme benötigen, ist die Aufzucht hierzulande sehr energieintensiv. Um das Öl aus der Algenbiomasse zu gewinnen, wird es extrahiert und unerwünschte Begleitstoffe entfernt. Zurück bleiben die für die Algenölpräparate so wichtigen Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA). Diese beiden mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren kann der Körper nur in begrenztem Umfang aus der in einigen pflanzlichen Ölen enthaltenen Alpha-Linolen­säure (ALA) selbst herstellen. Deshalb müssen sie über die Nahrung zugeführt werden. Außer in Mikroalgen kommen sie nur in fetten Seefischen in nennenswerten Mengen vor.

Präparate sind entbehrlich

Aus gesundheitlicher Sicht könnten Mikroalgen und Algenöle eine ergänzende Rolle bei der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren spielen. Anstelle des Verzehrs von Seefisch könnten dadurch die Fischbestände in den Ozeanen geschont werden. Diesem Umweltvorteil stehen allerdings die energieintensive Aufzucht und die starke Verarbeitung der isolierten Extrakte gegenüber. Zudem deuten Studien darauf hin, dass auch eine rein pflanzliche Ernährungsweise ohne Präparate die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sicherstellen kann, wenn alpha-Linolensäure-reiche Lein-, Raps-, Hanf- und Walnussöle regelmäßig verwendet werden.

Text: Verena Willers

Foto: morganka/123rf.de