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Unter der Lupe: Matetee

Matetee hat den Weg in die deutschen Getränkeregale gefunden: als innovative Zutat in trendigen Erfrischungsdrinks. Anbieter heben die aufputschende Wirkung und den natürlichen Ursprung hervor. Auch Biohersteller mischen bei dem Trend mit.

Matetee, auch Yerba-Tee genannt, wird aus den getrockneten und zerkleinerten Blättern des Matebaumes gewonnen. Hauptanbaugebiet ist Südamerika, mit Argentinien als größtem Produzenten. Schon die Ureinwohner Südamerikas waren sich der belebenden Wirkung des coffeinhaltigen Getränks bewusst. Das Aufgussgetränk hat dort eine jahrhundertealte Tradition und wird gerne in Gesellschaft getrunken.

Coffeinhaltiger Genuss

Der Coffeingehalt im Aufguss hängt von verschieden Faktoren wie Sorte, Dosierung und Ziehzeit ab und kann daher stark variieren. Die getrockneten Blätter kommen auf einen Gehalt von 0,3 bis 1,5 Prozent Coffein. Bezogen auf eine Tasse (150 ml) liegt der Gehalt mit etwa 80 Milligramm (mg) zwischen grünem Tee und Kaffee. Im Gegensatz zum Kaffee liegt das Coffein in gebundener Form vor und wird daher verzögert freigesetzt. So vertragen es manche besser und der anregende Effekt hält länger an. Aufgrund weiterer Inhaltstoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe, Gerbstoffe, Mineralstoffe und Vitamine werden dem Getränk einige positive Wirkungen auf den Körper zugeschrieben. Diese reichen von harn- und schweißtreibend, über antioxidativ bis hin zu immunregulierend. Als natürlicher Schlankmacher soll er den Appetit zügeln und wird vor allem im Internet zum Abnehmen angepriesen. Für diese Effekte fehlen jedoch ausreichende wissenschaftliche Belege.

Anregende Erfrischung

Die trendige Aufmachung der angesagten bitter-süßen Mate-Limonaden spricht vermutlich vor allem Jugendliche und junge Erwachsene an. Mit rund 20 bis 30 mg Coffein pro 100 Milliliter liegt der Coffeingehalt der Brausen deutlich über dem von Cola oder Energydrinks. Vorsicht ist daher bei Kindern, Schwangeren und empfindlichen Menschen geboten. Auch wenn Werbeexperten gerade den natürlichen Ursprung der Zutaten hervorheben, fällt der Anteil an Extrakten aus dem Matetee häufig sehr gering aus. Daher setzen die Hersteller oft noch extra Coffein zu. Die Limos bringen zudem meist weitere Zutaten wie Zucker, Fruktosesirup, Aromastoffe und Säuerungsmittel ins Glas. Die Biovarianten kommen zwar mit weniger Zusatzstoffen aus, sind aufgrund des hohen Coffeingehalts aber ebenfalls nur bedingt zu empfehlen.
Wer sich eine Limo aus Matetee selber macht, kommt nicht nur billiger davon, sondern kann sie nach eigenem Geschmack verfeinern.

Text: Franziska Horvat

Foto: Andrii Gorulko/123RF.com