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Der faire Rat: Süße Knolle auf der Überholspur

Die Süßkartoffel hat sich hierzulande zu einem Trendgemüse entwickelt und findet Einzug in die Küchen von Gesundheitsbewussten, Gourmet-Köchen und Streetfood-Anbietern. Sie bringt Abwechslung auf den Tisch und liefert gesunde Nährstoffe. Heimische Knollen sind jedoch noch rar.

Schon etwa 8000 Jahre vor Christus haben die Ureinwohner Südamerikas die gesunde Knolle, auch als Batate bekannt, angebaut. Im Gepäck von Christoph Kolumbus kam die Süßkartoffel im 16. Jahrhundert noch vor der Kartoffel nach Europa sowie nach Afrika und Asien. Doch ihr Bekanntheitsgrad in Deutschland ist erst in den letzten Jahren gestiegen.

Die Süßkartoffel ist in vielen tropischen und subtropischen Ländern ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Batate steht auf dem fünften Platz der weltweit produzierten Nahrungspflanzen. Etwa 80 Prozent werden in China angebaut. Am besten wachsen die Süßkartoffelpflanzen bei Temperaturen von 26-30 Grad Celsius verbunden mit geringen Niederschlägen. In den Tropen, Subtropen und den warmen Bereichen der gemäßigten Zonen gedeihen sie daher das ganze Jahr über. In Europa wächst die süße Knolle vor allem in Italien, Spanien und Portugal.

Nicht mit der Kartoffel verwandt

Obwohl der Name es vermuten lässt, ist die Süßkartoffel nicht mit der Kartoffel verwandt. Während die Kartoffel botanisch gesehen zu den Nachtschattengewächsen gehört, zählen Süßkartoffeln zu den Windengewächsen. Gemeinsam ist nur, dass beide in der Erde wachsen. Die auf dem Boden kriechenden Süßkartoffelplanzen bilden langstielige Blätter und trichterförmige weiß-violette Blüten. Aus den unterirdischen Wurzelstöcken entstehen die beliebten Knollen. Diese können rundlich oder länglich sein und je nach Sorte eine braune, purpurrote, gelbliche oder weiße Schale haben. Das Fruchtfleisch der Knollen ist leicht mehlig und variiert in der Süße und Farbe.

Bis die dicken Knollen in den deutschen Geschäften landen, haben sie eine lange Reise hinter sich. Mit Schiffen und Flugzeugen kommen sie meistens von Feldern aus Südamerika und Israel zu uns. Fast das ganze Jahr über liegen sie in den Gemüseregalen. Aufgrund der steigenden Nachfrage haben jetzt auch hierzulande einige Bauern den Süßkartoffelanbau für sich entdeckt. Vereinzelt erhält man heimische Knollen zur Erntezeit im September für einige Monate auf Wochenmärkten, in Bioläden oder Supermärkten mit regionalem Gemüse. Das Angebot ist jedoch sehr überschaubar. Wer sich die Knolle in die Einkaufstüte packt, sollte der Umwelt zuliebe zumindest solche aus europäischem Anbau kaufen.

Pralles Nährstoffpaket

Dass die Süßkartoffel süß schmeckt, liegt an ihrem Zuckergehalt. In einer mittelgroßen Knolle von 300 Gramm stecken fast 20 Gramm einfacher Zucker. Doch die Süßkartoffel ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Ihr Ballaststoffgehalt ist fast doppelt so hoch wie der herkömmlicher Kartoffeln. Sie ist außerdem voller Vitamine und Mineralstoffe. Dazu gehören unter anderem Kalium, Calcium, Magnesium, Zink und Eisen. Besonders der Gehalt an Calcium toppt den unserer heimischen Kartoffel. Auch im Vitamin-A-Gehalt trumpft die süße Knolle auf. Außerdem enthalten Süßkartoffeln sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane, die wie die Vitamine C und E eine antioxidative Wirkung im Körper zeigen.

Esther Nelle

Foto: Hemera Photo-Objects