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Bambusbecher häufig aus Plastik

Öko-Geschirr aus Bambus wird gerne als nachhaltig, recycelbar und natürlich beworben. Doch häufig handelt es sich hierbei lediglich um ein Kunststoffprodukt mit Bambusanteilen.

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA) hat 45 Coffee-to-go-Becher, Schüsseln und anderes Geschirr unter die Lupe genommen, die mit dem Material Bambus werben. Bei 10 Proben handelte es sich tatsächlich um Gegenstände aus Bambusholz (Holzstücke). Hierzu zählten insbesondere Schneidbretter, Pfannenwender und Salatschüsseln, bei denen die Holzstruktur deutlich zu erkennen war. Die restlichen 35 Produkte beanstandeten die Kontrolleure als nicht verkehrsfähig – wegen Irreführung oder Überschreitung von Grenzwerten.

Die Proben, davon etwa die Hälfte Coffee-to-go-Becher, enthielten fein zerkleinertes Bambusholz und Maisstärke allenfalls als Füllstoffe. Oft wurde der Kunststoff Melaminharz verwendet, aber auch andere wie Harnstoff-Formaldehyd-Harze. Manchmal war die Innenseite zusätzlich mit einem Kunststoff beschichtet. Bei elf der 35 Proben gingen zum Teil erhebliche Mengen Melamin und/oder Formaldehyd in die Prüflebensmittel über. Die gesetzlichen Höchstmengen wurden teils deutlich überschritten, vor allem bei Ware aus dem Onlinehandel. Manche Anbieter erwähnen den enthaltenen Kunststoff gar nicht, andere verschleiern ihn durch ungebräuchliche Bezeichnungen wie „Resin“ oder „natürliches Harz“; wieder andere täuschen bewusst mit Aussagen wie „100 % Bambus“. Bereits 2014 hatte das CVUA auf Bambusgeschirr aus Plastik hingewiesen und stellt nun fest: „Besserung ist nicht in Sicht“.

www.cvuas.de

Foto: Ulrike Becker