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Unter der Lupe: Bio-Mineralwasser

Seit einiger Zeit können die Deutschen ihren Durst auch mit Bio-Mineralwasser löschen. Im Gegensatz zum konventionellen Mineralwasser muss der Ökosprudel deutlich strengere Richtlinien einhalten.

Ob still, medium oder mit viel Kohlensäure – Mineralwasser ist das beliebteste Getränk der Deutschen. Etwa 148 Liter des Durstlöschers kommen pro Kopf jährlich ins Glas. Um das wichtigste Lebensmittel langfristig zu erhalten, muss die natürliche Ressource geschützt werden. Aus diesem Grund gründete ein Biogetränkehersteller zusammen mit Fachleuten aus dem Getränkebereich 2008 die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. und brachte das erste biologische Mineralwasser in die Regale. Die Einführung löste einen jahrelangen Rechtsstreit aus. Der Verband Deutscher Mineralbrunnen protestierte, Wasser sei per se schon ein biologisches Lebensmittel, da es weder angebaut noch gezüchtet werde, sondern aus natürlich vorhandenen Quellen entspringe. Doch 2012 erklärte der Bundesgerichtshof die Bezeichnung Biomineralwasser als zulässig, da es sich durch die Richtlinien hinreichend von herkömmlichem Mineralwasser unterscheide.

Mineralwasser gilt nicht als landwirtschaftliches Erzeugnis und ist daher nicht in der EU-Öko-Verordnung geregelt. Aus diesem Grund hat die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser ein Siegel mit eigenen Richtlinien entworfen. Diese umfassen 45 Kriterien, deren Einhaltung eine Kontrollstelle regelmäßig überwacht. So zeichnet sich ein Biowasser beispielsweise dadurch aus, dass deutlich weniger Rückstände und Schadstoffe enthalten sein dürfen als gesetzlich vorgeschrieben. Während die deutsche Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) beispielsweise einen Nitritgehalt von 0,1 mg/l (Milligramm/Liter) festlegt, beträgt der Grenzwert für Biowasser 0,02 mg/l; Arsen darf in herkömmlichen Mineralwasser mit 10 µg/l (Mikrogramm/Liter) in doppelt so hoher Konzentration enthalten sein wie in Biowasser mit nur 5 µg/l. Auch bei Rückständen von Pestiziden und Arzneimitteln sind die Vorgaben für Bioquellen sehr viel strenger: Hier sind lediglich 0,02 µg/l gegenüber ansonsten 0,1 µg/l erlaubt.

Neben strengeren Grenzwerten muss Biomineralwasser umweltfreundlich und ressourcenschonend hergestellt werden. So sollte es bevorzugt in Glasflaschen abgefüllt werden und möglichst kurze Transportwege zurücklegen. Als ökologisch optimale Verpackungen sind allerdings auch Getränkekartons sowie PET-Mehrweg- oder PET-Kreislaufflaschen zugelassen. Letztere müssen bestimmte Anteile an Altmaterial oder nachwachsenden Rohstoffen vorweisen. Außerdem sind die Biowasserabfüller verpflichtet, sich für den Umwelt- und Wasserschutz einzusetzen und die ökologische Landwirtschaft im Einzugsgebiet der Quelle zu fördern, um so das Übel an der Wurzel zu packen. Wer sich für das Biowasser entscheidet, zahlt für die strengeren Kriterien mit: Ein Liter kostet zwischen 0,70 und 2 Euro. Das Angebot an Anbietern ist noch übersichtlich: Bisher schmücken sich weniger als zehn Wasserabfüller mit dem Bio-Siegel. FH

Foto: Peter Freitag/pixelio.de