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Mikroplastik in Kosmetika

In Muscheln, Fischen und Seehunden oder auch im Trinkwasser tauchen immer öfter kleinste unsichtbare Plastikteilchen auf. Sie stammen aus Kosmetika, Zahnpasta oder Plastikverpackungen. Sogenanntes Mikroplastik stellt eine große Gefahr für die Umwelt dar.

An Flussufern, Küsten und in unseren Meeren finden wir häufig Plastikmüll wie Flaschen oder Verpackungen. Nicht weniger häufig – aber kaum sichtbar – liegen dort auch mikroskopisch kleine Kunststoffe: sogenanntes Mikroplastik. Damit werden Partikel bezeichnet, die bis maximal fünf Millimeter groß sind. In vielen Produkten des täglichen Gebrauchs stecken bis zu zehn Prozent solcher winzigen Plastikkügelchen aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP). Sie dienen in Kosmetika als Bindemittel oder Füllstoffe; in Zahnpasten, Kontaktlinsen- oder Haushaltsreinigern wirken sie als Schleifmittel, in Peelings und Duschgels entfernen sie abgestorbene Hautzellen. Manchen Plastikkügelchen werden bestimmte Hilfsstoffe zugesetzt, um die Eigenschaften des Plastiks zu verändern, vor allem Weichmacher, die ihrerseits als gesundheitsproblematisch eingestuft werden.

Das Mikroplastik aus dem Haushalt gelangt mit dem Abwasser in die Klärwerke. Dort lässt es sich nur bedingt herausfiltern und gelangt folglich in Bäche und Flüsse. Das große Problem: Plastik zersetzt sich erst nach Hunderten von Jahren. Bei der Nahrungssuche verwechseln Meerestiere Mikroplastik mit ähnlich großen Kleinstlebewesen. Ihr Magen füllt sich mit den unverdaulichen Plastikteilchen, die ihnen Sättigung vorgaukeln und die Tiere letztlich verhungern lassen. Größere Plastikteile können sie innerlich verletzen. Mikroplastik zieht zudem Umweltgifte an. Wenn Tiere die Partikel fressen, nehmen sie die Schadstoffe mit auf. Sie wurden bereits in Seehunden, Fischen, Muscheln und kleineren Organismen nachgewiesen.

Umweltverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern daher freiwillig auf Mikroplastik zu verzichten. Die Nennung von Polyethylen und Polypropylen auf der Verpackung weist auf Mikroplastik hin. Naturkosmetik-Duschgel und -Shampoo enthalten in der Regel keine Plastikteilchen. Fürs Peeling eignen sich Massagehandschuhe, die es auch aus natürlichen Materialien gibt oder Produkte auf Basis von Mandelkleie. Generell gilt es, beim Einkauf so gut es geht, auf Plastik zu verzichten, um das Umweltproblem nicht noch weiter zu verschärfen.

Der BUND hat eine Liste erarbeitet, die Produkte aufführt, die den Kunststoff enthalten. FH

Quelle: BUND

Foto: stevepb/pixabay.com