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Planetary Health Diet

Forscher haben einen Speiseplan entwickelt, der gesund ist, den Planeten schützt und in der Lage sein soll, alle Menschen auf der Welt satt zu machen – die sogenannte Planetary Health Diet.

Das, was wir essen, beeinflusst nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unseren Planeten. Die aktuelle Lebensmittelproduktion ist maßgeblich verantwortlich für den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid, den Klimawandel, den Verlust der Artenvielfalt, Wasserknappheit, die Verschmutzung von Böden und Gewässern und soziale Ungerechtigkeit. Ein weiteres Problem sind die weltweit etwa 820 Millionen hungernden Menschen.

Um alle Menschen dieser Erde bis zum Jahr 2050 gesund und umweltverträglich zu ernähren, ist eine grundlegende Veränderung der globalen Ernährungsweise nötig. Das zeigt der im Januar 2019 veröffentlichte Bericht der EAT-Lancet-Kommission. Die Kommission ist ein Zusammenschluss von 37 Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachgebieten und 16 Ländern. Ziel war es, eine wissenschaftliche Grundlage für einen Wandel des Ernährungssystems zu schaffen. Herausgekommen ist unter anderem die Planetary Health Diet – ein Speiseplan, der die natürlichen Grenzen der Erde berücksichtigt und ernährungsassoziierte Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Herzinfarkt vorbeugen soll. Der Verzehr von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen müsste ungefähr verdoppelt, der Verzehr von rotem Fleisch und Zucker dagegen halbiert werden. Die Wissenschaftler schätzen, dass diese Ernährung weltweit ungefähr 11 Millionen Tode pro Jahr durch ernährungs(mit)bedingte Erkrankungen verhindern könnte.

Speiseplan der Zukunft

Der Speiseplan bezieht sich auf einen Tag und enthält etwa 2500 Kilokalorien. Für jede Lebensmittelgruppe gibt er eine Empfehlung, wie viel Gramm man davon essen sollte. Für die meisten Lebensmittel wird auch eine Spannbreite angegeben, da die Ersteller versucht haben, individuelle Vorlieben sowie Gewohnheiten und Verfügbarkeiten von Lebensmitteln verschiedener Kulturen und Regionen zu berücksichtigen.

Kohlenhydrate:

  • Vollkorngetreide: 232 g
  • Stärkehaltiges Gemüse (Kartoffen, Maniok):50 g (0–100 g)
  • Gemüse: 300 g (200–600)
  • Obst: 200 g (100–300 g)

Proteinquellen

  • Rind-, Lamm- oder Schweinefleisch: 14 g (0-28 g)
  • Geflügel: 29 g (0-58 g)
  • Eier: 13 g (0-25 g)
  • Fisch: 28 g (0-100 g)
  • Hülsenfrüchte: 75 g (0-100 g)
  • Nüsse: 50 g (0-75 g)
  • Milchprodukte (Vollmilch oder aus dieser Menge hergestellte Produkte): 250 g (0-500 g)

Fette

  • Ungesättigte Fette (Oliven-, Raps-, Son-nenblumen-, Soja-, Erdnuss-, Traubenkernöl): 40 g (20-80 g)
  • Gesättigte Fette (Palmöl, Schmalz, Talg): 11,8 g (0-11,8 g)

Zugefügter Zucker

  • Alle Süßungsmittel: 31 g (0–31 g)

Die exakt berechneten Mengen sind wenig alltagstauglich: 13 Gramm Ei entspricht ungefähr ein Viertel eines Eis. Praktisch bedeutet das, dass man Eier selten essen sollte, vielleicht alle vier bis fünf Tage. Der Ernährungsplan gibt ehe eine abstrakte Orientierung, wie eine gesunde und umweltverträgliche Ernährung aussehen soll: Größtenteils pflanzliche Proteinquellen, reichlich Obst und Gemüse, vorwiegend Vollkornprodukte, wenig Weißmehlprodukte und zugesetzten Zucker, überwiegend ungesättigtes Fett aus pflanzlichen Quellen, moderate Mengen Milchprodukte, Geflügel, Fisch und wenig rotes Fleisch.

Die Berechnungen der Forscher zeigen, dass ein verändertes Ernährungssystem bis zum Jahr 2050 nahezu 10 Milliarden Menschen auf der Erde gesund ernähren kann, ohne den Planeten zu zerstören. Die Wissenschaftler betonen aber auch, dass sich nicht nur die Zusammensetzung der Lebensmittel ändern muss. Auch die Lebensmittelproduktion muss nachhaltiger und die Lebensmittelabfälle drastisch reduziert werden.