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Gibt es nachhaltiges Palmöl?

Palmöl ist das meistverwendete pflanzliche Öl weltweit. Dank der hochergiebigen Ölpalmen ist es besonders günstig. Die Ausweitung der Produktion geht meist mit Entwaldung, Verlust an biologischer Vielfalt und Landbesitz einher. Schneidet Bio-Palmöl hier besser ab?

Ob Bio-Palmöl tatsächlich nachhaltiger ist, wollte der Schweizer Einzel- und Großhändler Coop wissen. Er hat das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick beauftragt, biologische und konventionelle Palmölproduzenten in Afrika und Südamerika zu vergleichen. Die FiBL-Experten besuchten unter anderem Bio-Unternehmen, die gleichzeitig RSPO-zertifiziert sind, und konventionelle, teilweise RSPO-zertifzierte Unternehmen. RSPO bedeutet "Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl" und wurde von Umweltschützern und der Industrie bereits 2004 initiiert. Jedes Unternehmen wurde in Bezug auf Landnutzung, Ölqualität, soziale Effekte und ökologische Auswirkungen bewertet. Die Bio-Unternehmen schnitten bei fast allen Nachhaltigkeitskriterien sehr gut ab. Sie schützen nicht nur die Umwelt, indem sie zum Beispiel keine synthetischen Dünger und Pestizide einsetzen, sondern schaffen auch wichtige Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten. Für Experten des FiBL leistet biologisch erzeugtes Palmöl daher einen wichtigen Beitrag in der nachhaltigen Entwicklung von ländlichen Regionen in den Tropen. Denn Ölpalmen benötigen 2,5- bis 5-mal weniger Land als jede andere Ölpflanze, um die gleiche Menge an Pflanzenöl zu produzieren. Die Studie zeigt auch auf, dass der RSPO-Standard in puncto Transparenz oder Arbeitsrecht einen Mehrwert zu Bio darstellt. Alleine reicht die RSPO-Zertifizierung jedoch nicht aus, da die Vorgaben derzeit noch einige Schwächen haben.

Umweltschützer sind sich einig, dass eine Umstellung von Palmöl auf andere Öle mindestens genauso große Umweltprobleme verusachen würde. Sinnvoller wäre es daher, den Verbrauch von Palmöl drastisch zu reduzieren und bewusst Produkte mit bio-zertifiziertem Palmöl zu kaufen.

Quelle: FiBL

Foto: tristantan/pixabay.com