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Umweltverträglich reisen

Jetzt steht die Urlaubsplanung an. Meist wird schon Monate im Voraus überlegt, wo die Reise hingehen soll. Wer nachhaltig reisen will, nimmt dabei Rücksicht auf Natur und Menschen.

Weite Strecken mit dem Auto zu fahren, kurze Entfernungen mit dem Flugzeug zurückzulegen oder mit einem Kreuzfahrtschiff die Weltmeere zu durchqueren, gilt heute für viele als Umweltsünde. Die nachhaltigeren Alternativen sind Bahn und Reisebus oder per Pedes, Rad oder Mitfahrgelegenheit zu reisen. Was einige als umständlich und unbequem empfinden, ist für andere selbstverständlich, um unterwegs Land und Leute näher kennenzulernen.

In Zeiten der Klimaschutzbewegung bekommt das Thema nachhaltiges Reisen neuen Aufschwung. Auch im Urlaub legen Menschen zunehmend Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt. Sanfter Tourismus ist das Gegenmodell zum herkömmlichen Massentourismus und steht für nachhaltiges, schützendes und respektvolles Verhalten auf Reisen.

Ausgleichszahlungen sinnvoll?

Flugreisende und Passagiere von Kreuzfahrten können ihren CO2-Ausstoß durch freiwillige Ausgleichszahlungen kompensieren. Über private Klimaagenturen wie atmosfair oder myclimate werden so Klimaschutzprojekte unterstützt, zum Beispiel die alternative Energiegewinnung oder die Aufforstung von Wäldern. Es lässt sich streiten, ob derartige Ausgleichszahlungen wirklich sinnvoll sind. Einerseits schafft es Bewusstsein für die direkten Umweltauswirkungen, andererseits kann man sich zu einem geringen Preis ein reines Gewissen erkaufen. Kritiker bemängeln, dass viele glauben, sich so nicht mehr um eine nachhaltige Lebensweise bemühen zu müssen.

Die aktive Vermeidung ist in jedem Fall wirksamer als eine CO2-Ausgleichszahlung. Entscheidet man sich für eine Kompensation, sollte das Geld an ein Projekt gehen, das mit dem Gold-Standard zertifiziert ist. Dieser Qualitätsstandard wurde von WWF und Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufen. Er kennzeichnet die Umweltverträglichkeit eines Projektes sowie die nachhaltige, ökologische und soziale Entwicklung im Projektumfeld.

Die Heimat kennenlernen

Die Welt entdecken kann man auch vor der Haustür. Aus aller Welt kommen Touristen zu uns, um Berge, Seen, Burgen und Kulturdenkmäler zu genießen – wir dagegen flüchten in die weite Welt. Vergessen wird oft, dass unsere Heimat viele Sehenswürdigkeiten und einzigartige Landschaften zu bieten hat. Das Wattenmeer beispielsweise ist das vogelreichste Gebiet Europas und Deutschlands bedeutendster Naturraum. Darüber hinaus existieren zwischen Ostsee und Alpenland, zwischen Pfälzer Wald und Oberlausitzer Heide etliche Naturschutzgebiete, 16 Nationalparks und 17 Biosphärenreservate, die es im Einklang mit der Natur zu entdecken gibt.

Sanfter Tourismus bedeutet auch, auf Skilifte, Schneekanonen und Massentourismus zu verzichten und stattdessen den natürlichen und kulturellen Charakter der Urlaubsregion kennenzulernen. Das geht zum Beispiel mit geführten Wanderungen in den Nationalparks, Schneeschuhtouren, einer Schnitzeljagd oder Stadtrallyes. Gerade bei Familien beliebt: Urlaub auf einem regionalen Biobauernhof mit aktiver Landwirtschaft. So können Kinder und Erwachsene hautnah erleben, wie Tiere gehalten und unsere Lebensmittel erzeugt werden. Spezielle Angebote ermöglichen sogar das Mitarbeiten auf dem Hof.

Massentourismus am besten meiden

Urlauber, die verantwortungsbewusst verreisen, begegnen Land und Leuten mit Respekt. Insbesondere in Afrika und Asien bekommen Beschäftigte in der Tourismusbranche selbst bei langen und harten Schichten nur einen geringen Lohn. Die Arbeitsbedingungen sind auf niedrigstem Niveau. Der Massentourismus hinterlässt Spuren und die Natur ist schon lange nicht mehr unberührt. Mehr von der Atmosphäre des Ortes und dem Leben der Menschen erfährt, wer sich kulturell und sozial integriert, das heißt versucht, sich auf Kultur und Traditionen einzulassen. Celina Fuchs

Foto: MaBraS/pixabay.com