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Kaffee-Entwöhnung leicht gemacht

Die Deutschen trinken im Durchschnitt laut statista.de 164 Liter Kaffee pro Kopf und Jahr. Damit liegt der Muntermacher hierzulande noch vor Mineralwasser und Erfrischungsgetränken auf Platz eins der beliebtesten Getränke.

Es gibt einige Hinweise darauf, dass eine Kaffeeentwöhnung sinnvoll ist. Lässt beispielsweise der belebende Effekt des Coffeins nach oder tritt er erst nach vier oder fünf Tassen ein, scheint zumindest ein vorübergehender Verzicht auf Kaffee angezeigt. Verspüren Sie mehr innere Unruhe, leiden Sie unter Ein- und Durchschlafproblemen oder wurden bei Ihnen Nährstoffmängel festgestellt, die durch Coffein begünstigt werden? Insbesondere die Aufnahme von Eisen, Magnesium, Calcium, Vitamin B6 und C ist durch Coffein beeinträchtigt. Vielleicht möchten Sie Ihren Körper einfach einmal ohne Aufputschmittel spüren.

Verzicht auf Kaffee lohnt sich

Der zeitweise Verzicht auf ein liebgewonnenes Ritual macht das Wiedersehen umso schöner – und hält weitere Vorzüge bereit. So können Sie zum Beispiel einer möglichen Abhängigkeit vorbeugen, denn Coffein ist eine psychoaktive Substanz mit Suchtpotenzial. Auch bei erhöhten Cholesterinspiegeln spielt Kaffee eine Rolle. Das im Kaffeebohnenöl enthaltene Cafestol ist für die cholesterinsteigernde Wirkung verantwortlich. Die Röstung hat hierbei weniger Einfluss auf den Effekt als die Zubereitungsart. Wenn Sie einen erhöhten Cholesterinspiegel haben oder entsprechend genetisch vorbelastet sind, sollten Sie besser Papierfilter bei der Zubereitung verwenden und ungefilterten Kaffee aus French Press und Vollautomaten meiden. Als Faustformel gilt: Je weniger Kaffeesatz in der Tasse, desto besser für den Cholesterinspiegel. Menschen mit Bluthochdruck, Schlafproblemen, Harninkontinenz und saurem Aufstoßen leben ohnehin besserckoffeinfrei.

Entzugserscheinungen vorbeugen

Die Entwöhnung vom Koffein bringt zunächst nicht nur positive Wirkungen mit sich. Es können auch Entzugserscheinungen auftreten. Nicht selten kommt es zu verstärkter Reizbarkeit, depressiver Verstimmung, Müdigkeit und Trägheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Motivationstiefs, grippeartigen Gefühlen und Kopfschmerzen. Muskelschmerzen und Verstopfung werden in Erfahrungsberichten häufig als weitere Begleiterscheinungen geschildert. Besonders stark können die Symptome in den ersten beiden Tagen nach dem Kaffeeentzug auftreten. Meist ist der Spuk spätestens neun Tage nach Entwöhnungsbeginn vorüber. Um unliebsamen Entzugserscheinungen vorzubeugen, empfiehlt sich eine sanfte Entwöhnung.

Checkliste für eine sanfte Entwöhnung
  • Stressige Phasen sind ungeeignet für eine Kaffeeentwöhnung. Wählen Sie stattdessen ruhige Zeiträume.
  • Setzen Sie sich bereits vorab ein Mindestziel, zum Beispiel vier Wochen ohne Coffein.
  • Erzählen Sie Ihrem Umfeld von Ihrem Vorhaben, um etwaige Auswirkungen der Begleiterscheinungen zu entschuldigen.
  • Beugen Sie heftigen Begleiterscheinungen vor, indem Sie Ihren Kaffeekonsum langsam auf null senken.
  • Sanfte Coffeinquellen können den Start in die Entwöhnung erleichtern: Beginnen Sie drei bis sieben Tage vor dem kompletten Coffeinverzicht, Kaffee durch coffeinhaltige Alternativen wie Grün- oder Schwarztee zu ersetzen.
  • Verzichten Sie nach der Übergangsphase gänzlich auf Coffein. In den ersten Tagen werden Sie möglicherweise einige der erwähnten Begleiterscheinungen spüren. Jetzt heißt es: durchhalten!

Nutzen Sie die Zeit der Abstinenz, um Ihren Kaffeekonsum kritisch zu hinterfragen. Brauchen Sie den Coffeinschub überhaupt? Helfen Ihnen mehr Bewegung an der frischen Luft und zeitiges Zubettgehen vielleicht mehr, um Ihre Lebensqualität zu erhöhen? Können Sie Gewohnheiten oder Ihr Kaffeeritual vielleicht durch die Zubereitung eines Kräutertees ersetzen? Denken Sie neben den Gesundheits- auch an die Nachhaltigkeitsaspekte. Umweltforscher schätzen den virtuellen Wasserbedarf für eine Tasse Kaffee auf 140 Liter. Hinzu kommt die Umweltbelastung durch Transportemissionen und Verpackungsabfälle.

Fühlen Sie sich ohne Ihre morgendliche Tasse Kaffee fit und vermissen auch nicht die soziale Komponente des Kaffeetrinkens, spricht nichts gegen einen dauerhaften Verzicht. Gehören Sie zu den Menschen, die Kaffee nicht gut vertragen, werden Sie sich nach der Entwöhnung ohnehin besser fühlen.

Quelle: Rein J. Kaffee-Entwöhnung leicht gemacht. UGBforum 1/19, S. 34

Foto: Christoph/pixabay.com