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Sind Rieselhilfen in Salz bedenklich?

Kochsalz enthält meist einen Zusatz an sogenannten Rieselhilfen. Sie verhindern, dass Salz an der Luft feucht wird und verklumpt. Einige davon sind umstritten.

Der wichtigste Bestandteil von Salz ist mit mindestens 97 Prozent Natriumchlorid. Da Salz Wasser an sich zieht, werden Rieselhilfen als Trennmittel zugesetzt, um ein Verklumpen der Salzkristalle zu vermeiden. Pro Kilogramm Kochsalz sind 10 Gramm Rieselhilfen erlaubt. Ihre Kennzeichnung auf der Verpackung ist Pflicht. Erlaubt sind in der EU als Rieselhilfen Calcium- und Magnesiumcarbonat (E 170, 504), Natrium-, Kalium- und Calciumferrocyanide (E 535, 536, 538), Siliziumdioxid sowie Calcium- und Magnesiumsilikate (E 551, 552, 553 a+b) und seit September 2015 Eisentartrat (E 534).

Calcium- und Magnesiumcarbonate kommen in der Natur vor, werden für die Industrie aber chemisch hergestellt. Die Verbindungen gelten als unproblematisch. Ferrocyanide bestehen hauptsächlich aus Natrium, Kalium, Calcium sowie Eisen. Zusätzlich ist Cyanid enthalten, das in isolierter Form die Nieren schädigen kann. Ferrocyanide sind jedoch sehr stabil. Hersteller dürfen sie dennoch nur in Mengen von 20 Milligramm pro Kilogramm Salz zusetzen. Die üblicherweise aufgenommenen Mengen schätzen Wissenschaftler als unbedenklich ein.

Siliziumdioxid (Kieselsäure) ist nichts anderes als Quarz, ein natürliches Element der Erde. Als Trennmittel wird es jedoch synthetisch hergestellt. Die Körner des Pulvers sind nur einige Millionstel Millimeter groß. Diese Nanoteilchen sorgen in den letzten Jahren für Diskussionen. Wissenschaftler konnten zeigen, dass sich Siliziumdioxid im Darm aufspaltet. Bis jetzt ist noch nicht bekannt, ob die Bestandteile der Nanoteilchen einfach ausgeschieden werden oder ob sie die Darmwand passieren können. Daher raten Experten des Bundes für Umwelt- und Naturschutz BUND dazu, Produkte mit Siliziumdioxid zu meiden.

Im konventionellen Handel ist vor allem raffiniertes und mit chemischen Mitteln gebleichtes Siedesalz erhältlich. Naturkostläden bieten dagegen auch unraffinierte Meersalze und Steinsalze an. Salze mit Bio-Siegel gibt es bisher nicht, da Salz als anorganisches Lebensmittel kein landwirtschaftliches Produkt darstellt. Meersalz mit seiner grobkörnigen und unregelmäßigen Form wird oft als besonders gesund vermarktet. Forscher aus China haben hier jedoch aufgrund der Meerverschmutzung eine hohe Konzentration an Mikroplastik gefunden. Inwiefern das gesundheitliche Nachteile mit sich bringt, wird noch erforscht.

Wer auf die Rieselhilfen verzichten möchte, greift am besten zu Produkten aus dem Bioladen. Auch hier lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Als natürliche Rieselhilfe lassen sich einfach ein paar Reiskörner in das Salz geben. Sie nehmen die Feuchtigkeit bestens auf und sind groß genug, dass sie nicht durch den Streuer passen.

Foto: Bruno /Germany /pixabay.com