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Meere in Gefahr

Den Weltmeeren kommt beim Thema Klimawandel eine entscheidende Rolle zu. Als riesiger Speicher von Wärme und CO2 fangen sie einen Teil der menschengemachten Folgen ab. Der Schutz der Meere ist daher unverzichtbar.

Inhalt

  • Wertvoller Speicher für Kohlendioxid
  • Meere als Müllkippe missbraucht
  • Ozeane brauchen Schutz

  • Im September 2019 hat der Weltklimarat einen Zwischenbericht zum Zustand der Ozeane veröffentlicht. Er listet besorgniserregende Fakten auf: Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte hat die globale Erwärmung dazu geführt, dass die Eisschilde und Gletscher sich massiv verringern. Weil Eismassen der Gebirgsgletscher und der großen Eisschilde Grönlands sowie der Antarktis schmelzen, steigt der Meeresspiegel kontinuierlich. Überdies dehnt sich erwärmtes Wasser aus und hebt so den Meeresspiegel weiter an. Der globale Meeresspiegel liegt heute um 20 Zentimeter über dem von vor hundert Jahren. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte es ein Meter werden, schätzen die Forscher.

    Experten des Weltklimarats gehen davon aus, dass sich der globale Ozean seit 1970 kontinuierlich erwärmt hat. Dabei haben die Meere mehr als 90 Prozent der Wärme aufgenommen, die in den letzten 50 Jahren durch den von Menschen verursachten Treibhauseffekt entstanden ist. Durch die fortschreitende Erwärmung und die Abnahme des Meereseises schrumpfen zudem die weißen Flächen der Arktis und Antarktis. Noch reflektieren sie einen Großteil der Sonneneinstrahlung. Das dunkle Wasser dagegen absorbiert das meiste Sonnenlicht und erwärmt sich. Als Folge schmilzt noch mehr Eis. Aufgrund der warmen Meeresoberfläche erhöht sich die Verdunstung und es steigt mehr Wasserdampf auf. Er gilt als besonders wirksames Treibhausgas, das die Atmosphäre wiederum erwärmt.
    Durch die Erwärmung der Meere kommt es darüber hinaus zum Auftreten von sogenannten toten Zonen mit einem verringerten Sauerstoffgehalt. Ursache sind unter anderem Rückstände von Tiergülle und Kunstdünger aus der industriellen Landwirtschaft.

    Wertvoller Speicher für Kohlendioxid

    Der CO2-Gehalt der Atmosphäre hat seit dem Beginn der Industrialisierung im neunzehnten Jahrhundert um 40 Prozent zugenommen. Steigende Temperaturen rund um den Globus und extreme Wetterereignisse sind die Folge. Ohne den Ozean würden die Temperaturen noch viel höher ausfallen. Denn derzeit nehmen die Weltmeere 25 bis 30 Prozent des in die Luft freigesetzten CO2 auf. Je kälter das Wasser, umso effektiver verläuft dieser Prozess. Die Fähigkeit zur CO2-Speicherung ist allerdings nicht unbegrenzt und reduziert sich durch die zunehmende Erwärmung. Ein Nachteil der CO2-Aufnahme ist, dass die Ozeanoberfläche zunehmend versauert. Denn das Gas löst sich im Wasser als Kohlensäure. Deswegen hat der pH-Wert des oberflächennahen Meerwassers seit Beginn der industriellen Zeit um 0,1 abgenommen. Das entspricht einem Anstieg des Säuregehalts um 26 Prozent. Die Versauerung stellt insbesondere für Meereslebewesen ein Problem dar, die kalkhaltige Schalen bilden wie Korallen und Muscheln. In saurem Wasser können sie Schale und Skelett nicht richtig ausbilden.

    Meere als Müllkippe missbraucht

    4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich im Meer. Inzwischen sind fünf gigantische Müllstrudel in den Ozeanen bekannt. Dort zerreibt sich das Plastik im Laufe der Zeit oder zersetzt sich zu Mikroplastikteilchen, das zusammen mit dem sichtbaren Müll an die Strände gespült wird. Selbst an abgelegenen Küsten Spitzbergens sammelten Umweltschützer tonnenweise Plastikmüll. Das Mikroplastik verteilt sich im Meer und sinkt letztlich auf den Tiefseeboden ab. Fische und andere Meeresbewohner nehmen die kleinen Teilchen als vermeintliche Nahrung auf. Das schadet nicht nur ihrer Gesundheit, sondern die mikroskopisch kleinen Teilchen landen über Meeresfrüchte als Lebensmittel auch auf unseren Tellern.

    Ozeane brauchen Schutz

    Die Freisetzung von Treibhausgasen zu reduzieren, ist dabei das A und O. Umweltschutzorganisationen und Wissenschaftler setzen sich dafür ein, die Schutzgebiete der Ozeane deutlich auszudehnen. Dadurch könnten sich überfischte Populationen erholen, die Artenvielfalt ihren Platz zurückerobern und die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme erstarken. Auch die Politik muss stärker eingreifen. Denn nur wenn alle an einem Strang ziehen, sind Veränderungen möglich. Und diese sind dringend nötig. Denn Meeresschutz heißt Klimaschutz.

    Foto: kakuko/Pixabay.com