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Bioboom hat Folgen

Weltweit greifen immer mehr Verbraucher zu ökologisch produzierten Lebensmitteln, auch in Deutschland. Das wachsende Interesse an ökologischen Lebensmitteln bleibt jedoch nicht ohne Folgen.

Zurzeit werden in Deutschland rund zehn Prozent der Ackerflächen ökologisch bewirtschaftet. Dabei reicht die Produktion hierzulande bei weitem noch nicht aus, um die steigende Nachfrage zu stillen. Deswegen werden derzeit viele Biolebensmittel nicht nur aus Nachbarstaaten, sondern auch aus Übersee importiert. Gleichzeitig wächst das Angebot von günstigen Bioprodukten bei Discountern. Um Bio zu niedrigen Preisen anbieten zu können, werden Äpfel, Erdbeeren oder Getreide aus umliegenden Staaten wie Frankreich, den Niederlanden, Polen und vor allem Spanien importiert. Auch aus Asien, Afrika und Südamerika landen Biolebensmittel im deutschen Handel. So kommen frische Heidelbeeren im Winter aus Chile oder Weintrauben aus Südafrika. Doch die weiten Transportwege belasten die Umwelt und schaden der Klimabilanz. Längst sind saisonale Lebensmittel wie Erdbeeren, Spargel oder Tomaten das ganze Jahr über verfügbar, auch in Bioqualität. Die Grundidee einer ökologischen Ernährungsweise setzt dagegen auf ein möglichst regionales Angebot ganz nach Jahreszeit. Daher sind aus ökologischer Sicht Früchte aus lokaler Produktion den Einfuhren aus Übersee vorzuziehen. Ziel sollte sein, sich wieder mehr an dem zu orientieren, was Saison und Region vorgeben. Denn auch Importe von Biolebensmitteln können auf Kosten von Natur und Menschen gehen. Wer möglichst nachhaltig einkaufen möchte, wählt am besten regionale und saisonale Produkte und fragt auch bei Bioware nach der Herkunft.

Foto: marrakeshh/stock.adobe.com