Unterstützung

Kooperationspartner

Minimalismus: Warum weniger mehr ist

Minimalismus bedeutet nicht, einfach mal den Kleiderschrank auszumisten. Hinter dem Konzept steckt mehr. Ein minimalistischer Lebensstil hilft dabei, Platz für das Wesentliche im Leben zu schaffen.

Besitz, Konsum, Stress, Schnelllebigkeit – das moderne Leben führt dazu, dass viele von uns eine permanente Überforderung und Reizüberflutung erfahren. Bewegungen wie Fridays for Future machen jedoch deutlich, dass gerade viele Menschen aufwachen und realisieren, dass Alternativen zu diesem endlosen, oft stumpfen Konsum nötig sind. Immer mehr Menschen streben daher einen natürlichen, minimalistischen Lebensstil an.

Warum Verzicht Gewinn bedeutet

Es gibt verschiedene Wege und Methoden, mit einem minimalistischen Lebensstil zu beginnen. Viele entrümpeln häufig erst einmal physisch und befreien sich von überflüssigen Gegenständen, wie Kleidung, Dekoration oder Elektrogeräten. Jeder wird in seinem Kleiderschrank Fehlkäufe oder Kleidungsstücke finden, die nicht gut passen oder in denen man sich nicht hundertprozentig wohlfühlt. Ziel ist es, sich von diesen Kleidungsstücken zu befreien. So kreiert man eine Garderobe, die im Optimalfall nur noch aus wenigen Lieblingsstücken besteht. Für den Anfang empfiehlt es sich, zum Entrümpeln ein überschaubares Projekt auszusuchen, das zum Beispiel an einem verregneten Sonntag umgesetzt werden kann: Das Ausmisten einer einzelnen Schublade oder des Badezimmerschranks beispielsweise. Damit verhindern wir Überforderung oder eine Erstverschlimmerung. Denn beim Entrümpeln entsteht oft erst einmal Chaos.

Weniger, seltener, bewusster

Nachhaltigkeit und Minimalismus hängen für viele Menschen eng zusammen. Beim grünen Minimalismus geht es nicht darum, alles einfach wegzuschmeißen. Ziel ist, verantwortungsvoll mit den aussortierten Dingen umzugehen und zu schauen, wie man sie möglichst sinnvoll und ressourcenschonend wieder in den Umlauf bringen kann. Verantwortungsbewusstes Entsorgen sensibilisiert auch für mögliche Neueinkäufe. Denn auch Minimalisten müssen sich ab und zu neue Dinge anschaffen. Doch wer sich regelmäßig fragt, ob er etwas wirklich braucht, kauft automatisch weniger und seltener, aber auch gezielter und bewusster. Viele Minimalisten achten beispielsweise darauf, dass die Produkte unter fairen Bedingungen für Mensch und Umwelt hergestellt wurden und legen Wert auf regionale sowie saisonale Ware. Wer seinen Konsum reduziert, kann es sich auch leisten, in gute Qualität zu investieren.

Vor jedem Neukauf ist grundsätzlich die Frage sinnvoll, ob es eine Alternative zum Kaufen gibt. Kann man die Dinge zum Beispiel auch gebraucht kaufen, leihen oder selbermachen? Für Gegenstände, die wir nur ab und zu brauchen, aber gar nicht selber besitzen wollen, gibt es zum Beispiel Sharing-Konzepte. Autos, Haushalts- oder Gartengeräte können in vielen Städten und Regionen mit anderen Menschen geteilt werden. Auch das Selbermachen kann eine gute Option sein. Körperpeelings, Zahnpasta, Deo, Wasch- und Putzmittel lassen sich ganz einfach mit wenigen Zutaten selber herstellen. Der Vorteil ist, dass man zudem genau weiß, was drin ist und eine Menge Müll und Verpackungen einsparen kann. Die Freude daran, das Leben zu vereinfachen, übertragen viele auch aufs Kochen. Sie entrümpeln ihre Ernährung und möchten weniger raffinierten Zucker, Fett, Fleisch oder Fertigprodukte essen und stattdessen frisch, mit guten, unverpackten Zutaten vom Wochenmarkt kochen. Probieren Sie es aus. Es lohnt sich.

Foto: Natalya Lys/stock.adobe.com