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Virtuelles Wasser im Einkaufskorb

Die Produktion von Lebensmitteln verschlingt enorm viel Wasser. Besonders ungünstig sind Importe aus trockenen Gebieten.

Jede Person in Deutschland nutzt am Tag durchschnittlich etwa circa 4120 Litern und mehr – das entspricht knapp 23 Badewannen voll Wasser und das jeden Tag. In die Rechnung fließen sowohl der Verbrauch an Trinkwasser, zum Beispiel für Körperpflege und Wäsche waschen, aber auch Wasser für die Herstellung unserer Konsumgüter wie Kleidung und Lebensmittel.

Um den tatsächlichen Wasserverbrauch sichtbar zu machen, entwickelte der britische Wissenschaftler John Anthony Allan das Konzept des virtuellen Wassers. Dieses erfasst den Wasserverbrauch eines Produktes von der Erzeugung bis zum Endverbraucher. Dabei unterscheidet er in grünes, blaues und graues Wasser. Eher unproblematisch ist der Verbrauch von grünem Wasser. Es steht für Regenwasser, das nach Niederschlägen im Boden gespeichert und von Pflanzen aufgenommen wird. Kritisch zu beurteilen ist die Menge des blauen Wassers, das dem Grundwasser und den Oberflächengewässern entnommen wird. Als besonders problematisch ist das sogenannte graue Wasser einzustufen. Es umfasst die Menge sauberen Wassers, die beispielsweise durch Pestizide oder Düngemittel so stark verunreinigt wird, dass sie als unbrauchbar gilt.

Spitzenreiter im weltweiten Wasserverbrauch ist die Landwirtschaft. Rund 70 Prozent des global verfügbaren Süßwassers fließt nach Schätzungen in die Produktion unserer Lebensmittel. Besonders wasserintensiv ist die Erzeugung tierischer Lebensmittel. Während für ein Kilogramm Salat etwa 240 Liter und für ein Kilogramm Äpfel circa 800 Liter Wasser anfallen, braucht es für ein Kilogramm Käse schon circa 3000 Liter, für ein Kilogramm Rindfleisch ganze 15.400 Liter. Immer mehr Landwirte – auch in wasserarmen Regionen – entscheiden sich für Bioanbau. Denn der Wasserverbrauch in der ökologischen Landwirtschaft ist im Vergleich zur konventionellen erheblich geringer. In einigen Regionen der Welt stellt sich die Nutzung der Wasserressourcen besorgniserregend dar. In Ländern wie Spanien oder Chile ist Wasser schon lange knapp. Das Prekäre daran: Etwa 53 Prozent des virtuellen Wassers, das in Lebensmitteln für deutsche Verbraucher steckt, stammt aus Ländern wie diesen.

Um den Wasserverbrauch bei der Lebensmittelproduktion einzudämmen, braucht es ein Verständnis für Wasser als Ressource, für lokale Gegebenheiten und die Folgen der Übernutzung. Das heißt unter anderem, bei Importen den Wasserverbrauch im Herkunftsland zu berücksichtigen, den Öko-Landbau stärker zu fördern oder tierische Lebensmittel aufgrund ihrer negativen Umweltwirkung zu verteuern. Wer richtig Wasser sparen möchte, setzt auf eine pflanzenbetonte Ernährung mit vorwiegend regionalen und saisonalen Biolebensmitteln.

Foto: piyaset/stock.adobe.com