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Intuitive Ernährung: Essen nach dem Bauchgefühl

Hunger, Sättigung oder auch Lust auf Essen werden bei Diäten mit strengen Regeln ignoriert. Wer nach den Grundsätzen der intuitiven Ernährung isst, hört dagegen auf die eigenen Körpersignale.

Statt auf den Bauch zu hören, wird oftmals streng nach Uhrzeit oder vorgefertigten Plänen gegessen. Eher gedankenlos fällt dagegen bei vielen anderen die Nahrungsaufnahme aus und nicht wenige kompensieren damit Frust, Stress oder Langeweile. Die Folge: Die Verbundenheit zu den eigenen Bedürfnissen geht verloren und körperliche Reaktionen werden nicht richtig wahrgenommen oder gedeutet. Auch Emotionen werden so verdrängt. Mit Ersatzbefriedigungen wie Süßigkeiten, Alkohol, Arbeit oder materieller Konsum versuchen viele stattdessen die unerfüllten Bedürfnisse auszugleichen.

Wieder auf den Körper hören

Der Ansatz der intuitiven Ernährung will genau das ändern. Ziel ist es, wieder auf den Körper und seine Bedürfnisse zu hören. Die intuitive Ernährung ist ein dynamischer Prozess, der Körper, Psyche und Essen in Einklang bringt. Das Konzept beruht darauf, ausschließlich nach Hunger- und Sättigungsgefühl zu essen. Angestrebt wird, stark kontrolliertes und emotionales Essen zu vermeiden. Die wichtigsten Regeln der intuitiven Ernährung lauten: Es gibt keine Einschränkungen für die Art der verzehrten Lebensmittel. Gegessen wird nur, wenn Hunger auftritt, und das Essen wird beendet, sobald Sättigung eintritt. Lebensmittelauswahl und Essensmenge sollen körperliche, psychische sowie sensorische Bedürfnisse befriedigen. Voraussetzung ist Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper, um Faktoren wie Hunger, Sättigung oder Lust auf Essen bewusst wahrnehmen und unterscheiden zu können. Die Kontrolle über Nahrungszufuhr und Lebensmittelauswahl an seinen Körper abzugeben braucht Übung und Gewohnheit. Wichtig sei, dass man sich langsam an achtsames Essen herantastet, Lebensmittel bewusster auswählt und vor allem die ansteigende Sättigung mit allen Sinnen wahrnimmt. Geraten wird zudem, dass eigene Essverhalten anzunehmen, auch wenn es nicht immer gelingt, auf den eindeutigen Hunger zu warten, beispielsweise beim spontanen Ausgehen mit Freunden.

Intuitiv essen für Körper und Seele

Studien zeigen, dass intuitive Esser nicht mehr fett- oder zuckerreiche Lebensmittel verzehren als andere Menschen. Vielmehr ernähren sie sich eher so, dass Gewichtsschwankungen vermieden werden. Die Vertreter der intuitiven Ernährung sind überzeugt, dass ein gesunder Körper Normalgewicht anstrebt. In wissenschaftlichen Untersuchungen weisen intuitive Esser tatsächlich eine verminderte Kalorienzufuhr und einen verringerten Body Mass Index um bis zu zwei Punkten auf.

Weitere Vorteile der intuitiven Ernährung sind positive Effekte auf die Psyche. Menschen, die sich intuitiv ernähren empfinden das Verhältnis zum Essen als weniger belastend, Selbstwertgefühl und Körperakzeptanz steigen. Das eigene Schönheitsideal, eine falsche Körperwahrnehmung, Unzufriedenheit und Emotionalität beim Essen verändern sich.
Studien und Experimente bestätigen die Effekte auf Gewicht und Psyche durch die intuitive Ernährung. Zu langfristigen Effekten gibt es bislang allerdings keine Studien. Angesichts eines ständig verfügbaren Nahrungsangebots, gibt es doch Zweifel, ob intuitives Essen kombiniert mit gesundem Essverhalten auf Dauer gelingen kann.

Mehr auf die Signale seines Körpers zu hören und nur zu essen, wenn man wirklich Hunger hat, und vor allem aufzuhören, wenn man satt ist, führt sicherlich bei vielen zu bewussterem Essen. Achtsamer mit sich und seinen Bedürfnissen umzugehen und nachzuspüren, worauf man wirklich Lust hat und was dem Körper gut bekommt, sind ebenfalls sinnvolle Ansätze, um zu einem entspannteren und gesünderen Essverhalten zu gelangen.

Foto: Asier/stock.adobe.com