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Klimakiller Tiefkühlkost?

Lebensmittel aus der Tiefkühltruhe haben in puncto Klimabilanz keinen guten Ruf. Vor allem die Kühllagerung verschlingt Energie. Aber wie klimaschädlich sind die Produkte wirklich?

Eine Studie des renommierten Öko-Instituts in Freiburg betrachtete alle Emissionen an Treibhausgasen bei der Lebensmittelherstellung entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Produktion der Zutaten, der Herstellung und Verpackung über Transport bis hin zu den Einkaufsfahrten der Verbraucher, die Aufbewahrung und Zubereitung im Privathaushalt einschließlich Abwasch. Die ausgewählten Tiefkühlprodukte haben sie mit anderen Angebotsformen verglichen: ein möglichst ähnliches Produkt aus dem Glas, der Konserve, dem Kühlregal oder selbst zubereitet. Die Ergebnisse waren überraschend. Die Klimabilanz der Tiefkühlprodukte unterschied sich nur wenig von den Alternativen. Dabei erwies sich die Rezeptur als wichtigste Stellschraube: Sie war für 53 Prozent der gesamten Emissionen verantwortlich. Bei tierischen Produkten, liegen die Emissionen besonders hoch.

Das Verhalten der Verbraucher hat den zweitgrößten Einfluss: Einkauf, Lagerung im Haushalt, Zubereitung und Spülen verursachen bei allen Produktkategorien zwischen 31 und 60 Prozent der Treibhausgase. Die Produktion der untersuchten Lebensmittel lag zwischen 4 und 15 und die Verpackung zwischen 3 und 7 Prozent. Transport und Lagerung fallen überraschenderweise mit nur 2 bis 19 Prozent der Gesamt-Emissionen ins Gewicht. Aufgrund effizienterer Prozesse wirken sich Transport und Lagerung in der Industrie und dem Einzelhandel auf die Klimabilanz deutlich weniger aus, als häufig angenommen.

Saisonal, regional und möglichst unverpackt einkaufen, gilt ohne Frage als die nachhaltigste Alternative. Es spricht aber nichts dagegen, in saisonal angebotsschwachen Monaten den Speiseplan mit Gemüse und Obst aus der Tiefkühlabteilung zu ergänzen, am besten mit reinen Gemüse- und Obstpackungen. Zuhause die Ware nur etwa 14 Tage lagern.

Foto: Mangostar/stock.adobe.com