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Stille Entzündungen: Bewegung beugt vor

In Deutschland zeigen insgesamt 42 Prozent der Erwachsenen einen Mangel an körperlicher Aktivität. Bewegungsmangel begünstigt stille Entzündungen, die im Körper oft unbemerkt bleiben.

Körperliche Aktivität nimmt dagegen auf viele Faktoren einer stillen Entzündung positiven Einfluss. Sie wirkt auf direktem und indirektem Weg.

Ein wesentlicher Faktor für die Entstehung stiller Entzündungen ist Übergewicht und der dadurch erhöhte Körperfettanteil. Das Fettgewebe setzt entzündlich wirkende Signalstoffe frei, die sich über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilen. Hier wirkt Bewegung indirekt entzündungshemmend. Körperliche Aktivität fördert den Energieverbrauch und hilft so, das Bauchfett zu reduzieren. Bewegung erhöht zudem die antioxidative Kapazität. Durch Ernährungsfehler, Alterungsprozesse, Stress und andere Einflüsse entstehen im Organismus sogenannte freie Radikale. Diese reaktiven Sauerstoffspezies stellen ein Risikofaktor für stille Entzündungen dar. Unser Organismus besitzt Strategien und Systeme, diese freien Radikale zu puffern und die oxidative Balance wieder herzustellen. Diese Systeme werden durch regelmäßige Bewegung trainiert.

Chronischer Stress ist ein weiterer wesentlicher Faktor für stille Entzündungen. Bei chronischem Stress produzieren die Nebennieren zusätzliches Cortisol, um die Folgen des Stresses zu mindern. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel wiederum wirkt entzündlich. Die Folgen sind Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Kommt zum erhöhten Stresspegel Bewegungsmangel und Überernährung hinzu, führt das zu einer Fehlregulation der Energiegewinnung, was wiederum Entzündungsprozesse befeuert. Alltagsbewegung und Sport helfen hier auf mehrfache Weise: Die Cortisolausschüttung wird gehemmt, der Blutzuckerspiegel normalisiert und der Körper kommt durch die muskuläre Anstrengung zur Ruhe.

Mit moderatem Training einsteigen

Für Untrainierte ist es besser, erst einmal die Alltagsbewegung zu erhöhen: So viele Wege wie möglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, die Treppe nehmen und sitzende Tätigkeiten zumindest durch kurze Bewegungseinheiten unterbrechen. Zusätzlich ist ein moderates sportliches Training sinnvoll. Es empfiehlt sich, von Anfang an sowohl Ausdauer als auch Kraft und Beweglichkeit zu trainieren. Ausdauersport wie Wandern, Joggen oder Schwimmen fördert vor allem die Ausschüttung von Endorphinen und trainiert das Herz-Kreislauf-System. Ein funktionelles Kraft- und Beweglichkeitstraining wirkt vor allem auf den Bewegungsapparat. Dadurch lockern sich auch Anspannungen in der Muskulatur und Faszien bleiben flexibel. Wir können uns aber auch das Prinzip der Gewohnheiten zu Nutze machen und nach und nach kleine Bewegungseinheiten in den Alltag integrieren.

Foto: ZoranZeremski/stock.adobe.com