Unterstützung

Kooperationspartner

Wir können der Wandel sein

Unsere Ernährung wird in ihrer großen Bedeutung für den Klimaschutz und den Artenschutz immer noch häufig unterschätzt oder ignoriert. Der Verein NAHhaft setzt sich dafür ein, dass klimafreundliches und nachhaltiges Essen in der Gesellschaft einfacher umsetzbar wird.

Ernährungssysteme sind für etwa 25 bis 30 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Große Mengen dieser Emissionen ließen sich zusätzlich speichern, wenn beispielsweise Flächen aufgeforstet würden, die heute zum Anbau von Futtermitteln genutzt werden. Wer ist nun dafür verantwortlich, dass wir in Deutschland nachhaltiger produzieren und uns klimafreundlicher ernähren? Um es deutlich zu sagen: Selbstverständlich sind die politischen Institutionen dafür verantwortlich, dass wir die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden. Allerdings geschieht hier zu wenig oder wenn überhaupt im Schneckentempo.

Das Schöne in Bezug auf Ernährung ist, dass wir nicht beim Beklagen stehen bleiben müssen. Jede:r von uns kann den Wandel selbst vornehmen. Und das noch Schönere ist, dass jede:r von uns, der oder die diesen Wandel mitmacht, direkt und ganz persönlich davon profitiert:

1. Für eine klimafreundliche Ernährung ist entscheidend, dass wir weniger Fleischprodukte – insbesondere Rindfleisch und auch Schweinefleisch – und weniger Milchprodukte – vor allem Käse und Butter – und mehr pflanzliche Produkte essen. Genau dies hilft uns dabei, gesünder und fitter zu sein und ein längeres Leben in Gesundheit genießen zu können.

2. Eine Ernährung für mehr Klima- und Artenschutz setzt auf Lebensmittel, die umweltfreundlich produziert werden, zum Beispiel in Biobetrieben.

3. Personen, die sich stärker pflanzlich ernähren, kommen weniger mit antibiotikaresistenten Bakterien in Kontakt.

Ziel des Vereins NAHhaft ist es, dass sich alle Bürger ganz einfach klimafreundlich und nachhaltig ernähren können. Wir setzen uns dafür ein, dass an möglichst effektiven Hebelstellen Veränderungen in diese Richtung geschehen. Daran arbeiten derzeit bereits zwölf Expert:innenen interdisziplinär, mit zusätzlicher Unterstützung von Ehrenamtlichen. Unser Ziel setzen wir beispielsweise mit dem „KlimaTeller“ in der Gemeinschaftsverpflegung um. Mit der von uns mitentwickelten KlimaTeller-App lässt sich berechnen, wie viel CO2-Emissionen ein Gericht verursacht. Wir unterstützen Gastronom:innen bei der Entwicklung klimafreundlicher Gerichte. Wir beraten zudem Städte und Quartiere zu ganzheitlichen Ernährungsstrategien.

Darüber hinaus unterstützen wir Bürger:innen mit Einblicken, Informationen und Inspiration, ihre Ernährung nachhaltig zu gestalten. Dafür bieten wir zum Beispiel den „Ernährungsheld*innen“-Newsletter an, um unter anderem spannende Vorreiter und einfache Alltagstipps vorzustellen. Denn nach einer neuen Studie kommt allen von uns eine besonders wichtige Rolle bei der Verbreitung nachhaltiger Ernährung zu: Nicht über Fakten, sondern über Freundeskreise verbreiten sich neue Ernährungsgewohnheiten am besten. Daher möchte ich Sie gerne ermuntern: Laden Sie Ihre Freund:innen mal wieder zu einem besonders leckeren, klimafreundlichen Gericht ein und geben Sie die Freude nachhaltiger Ernährung in viele Kreise weiter (www.nahhaft.de).

Alexander Schrode, UGBforum 1/20

© Bild: Canan Turan/Getty Images