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Aroniabeere: Kosmopolitische Superfrucht

Vor zehn Jahren noch weitgehend unbeachtet, machen Aroniabeeren immer mehr von sich reden. Berechtigterweise, denn die nah mit der Eberesche verwandten schwarz-violetten Beeren sind etwas ganz Besonderes: Ihr Gehalt an antioxidativ wirkenden Inhaltsstoffen ist einzigartig.

Die etwa erbsengroßen Beeren, auch Apfelbeeren genannt, wachsen an bis zu zwei Meter hohen Sträuchern. Ihre ursprüngliche Heimat ist das östliche Nordamerika. Hier war die Aronia (Aronia melanocarpa) der Urbevölkerung seit jeher als gesunde Nahrungs- und Heilpflanze bekannt, von den Einwanderer:innen wurden sie aber nicht beachtet. Erst ein russischer Botaniker erkannte in den 1920er-Jahren das enorme Potenzial der Pflanze und sorgte für die Anlage von Versuchsfeldern in Südsibirien. Aronia fand schnell Eingang in die russische Heil- und Ernährungskultur. Von der ehemaligen UdSSR verbreitete sich der Anbau der Sträucher bis in die DDR und dehnte sich nach dem Fall der Mauer im ganzen deutschsprachigen Raum aus. Heute ist sie als Superfood stark gefragt.

Besonders wertvoll: Antioxidanzien

Die Früchte der Aronia liefern neben Ballaststoffen auch Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, die Vitamine C, E und verschiedene B-Vitamine. Die enthaltenen Gerbstoffe bedingen den herben, zusammenziehenden Geschmack. Herausragend ist die hohe Konzentration an Antioxidanzien wie Anthocyanen und Procyanidinen, den weit über anderen Früchten liegt. Anthocyane sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe. Sie kommen in allen Pflanzen vor, bei denen Blüten oder Früchte eine rote, blau-violette oder blau-schwarze Färbung zeigen.

Die Gesundheit profitiert von der antioxidativen Wirkung gegen freie Radikale. Letztere entstehen in unserem Körper täglich in einer gewissen Anzahl. Freie Radikale verursachen zerstörerische Kettenreaktionen im Zellgewebe, greifen Zellmembranen an und können sogar das Erbgut schädigen.

Frisch wie getrocknet wertvoll

Aus den frisch gepflückten Beeren lassen sich Konfitüren, Gelees oder Fruchtsoßen herstellen. Zur Gesundheitsvorsorge genießt man die Beeren allerdings lieber pur. Für den Wintervorrat lassen sich die kleinen Früchte gut trocknen. Die getrockneten Beeren schmecken pur oder im Müsli, im Fruchtjoghurt oder im Smoothie. Auch im Handel gibt es getrockneten Aroniabeeren zu kaufen. Gemixt sollten Sie frische Beeren allerdings nicht in unüblich großen Mengen genießen. Denn die kleinen Samenkerne enthalten Spuren an Amygdalin, aus dem giftige Blausäure freigesetzt werden kann. Durch das Verarbeiten und Erhitzen sinkt der Gehalt. Geringe Mengen kann der menschliche Stoffwechsel selbst entgiften.

Eine andere Möglichkeit der Konservierung ist, die Beeren zu Saft zu verarbeiten. Der pure Saft, auch Muttersaft genannt, schmeckt zwar etwas herb und zusammenziehend, mit Wasser oder einem anderen Fruchtsaft verdünnt, lässt er sich jedoch gut trinken. Da die Antioxidanzien nicht hitzeempfindlich sind, können die Beeren auch im Dampfentsafter entsaftet werden. Im Handel werden sowohl Säfte als auch trinkfertige Mischungen angeboten.

Bei der Saftherstellung fällt Trester als „Abfallprodukt“ an. Da die Konzentration der Antioxidanzien in den Schalen und Kernen der Aronia besonders hoch ist, ist der Trester ernährungsphysiologisch sogar wertvoller als der Saft. Getrockneter und pulverisierter Aronia-Trester wird im Fachhandel als Nahrungsergänzung angeboten. Wer selbst entsaftet, kann die Fruchtrückstände im Umluftherd auf Backblechen oder im Dörrgerät trocknen. Anschließend werden sie im Mörser zerkleinert und in Schraubdeckelgläsern trocken aufbewahrt. Aroniatrester ist eine ideale Zutat fürs Müsli und verleiht Smoothies eine herrlich violette Farbe.

Aronia-Mandel-Dessert

Für 4 Portionen

Zutaten

250 g frische Aroniabeeren
250 g Mandelmus
4-5 EL Birnendicksaft
½ Vanilleschote, ausgekratzt
100 ml Wasser
2 EL Mandelblättchen

Und so wird’s gemacht

Aroniabeeren mit Wasser abbrausen und abtropfen lassen. Beeren in einen Mixer geben und zusammen mit Mandelmus, Birnendicksaft, dem Vanillemark und Wasser zu einer cremigen Masse pürieren. In Schälchen füllen und mit Mandelblättchen garniert servieren.

Dr. Markus Strauß, gekürzt nach UGBforum 3/16

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