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Hype um Hanf

Von Samen über Tee bis zu Aufstrichen – Lebensmittel mit Hanf liegen im Trend und liefern viele wertvolle Nährstoffe.

Derzeit erobern Produkte mit dem Hanfwirkstoff Cannabidiol den deutschen Markt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Hanfsamen seit etwa 3000 Jahren als Nahrungs- und Heilmittel eingesetzt. In Deutschland ist der Anbau seit gut 20 Jahren wieder erlaubt, aber Landwirten vorbehalten. Für die bekannte berauschende Wirkung des Cannabis ist der Inhaltsstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol, abgekürzt THC, verantwortlich. Er befindet sich vor allem in den Blättern und Blüten der Pflanze.Hanfsamen enthalten kein THC.

Gesundes Topping

Die Eiweißreichen Hanfsamen kommen roh oder geröstet, ungeschält oder geschält auf den Markt. Die braunen oder grüngrauen Nüsschen peppen Müslis, Joghurt und Smoothies auf oder dienen als Topping für Salate und Suppen. Durch ihren leicht nussigen Geschmack passen die Samen auch gut in Pesto oder Gemüsegerichte. Sie punkten mit B-Vitaminen und Vitamin E und sind reich an Calcium, Magnesium und Eisen. Außerdem liefern sie viele wertvolle Ballaststoffe und hochwertige Fettsäuren.

Mehl aus Hanf kann in Backwaren einen Teil des Getreidemehls ersetzen. Das hitzeempfindliche Hanföl eignet sich in erster Linie in der kalten Küche für Soßen oder Brotaufstriche. Die meisten Lebensmittel mit Hanf wie Müsli oder Kekse enthalten Hanfsamen als Zutat. Tee aus Hanf besteht hingegen aus den Blättern und Blüten der Hanfpflanze.

Zahlreiche Hersteller vermarkten ihre hanfhaltigen Produkte mit positiven Wirkungen auf die Gesundheit. Sie sollen den Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinspiegel senken, zum Muskelaufbau beitragen und das Herz durch gefäßerweiternde Eigenschaften schützen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist das allerdings nicht.

Produkte mit Cannabidiol

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Produkte mit Cannabidiol (CBD). CBD gehört wie THC zu den Cannabinoiden, besitzt aber keine berauschende oder psychoaktive Wirkung. Es gibt jedoch Hinweise, dass die Substanz beruhigende, angstlösende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekte hat. In der Werbung und in vielen Erfahrungsberichten wird behauptet, sie würden bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Depressionen helfen. Solche Wirkungen sind am Menschen allerdings noch nicht ausreichend gesichert. Gerade was Dosierung, Sicherheit, Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten angeht, ist vieles noch unklar.

Risiko durch THC?

Stichproben von Produkten aus Hanf geben laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Hinweise darauf, dass besonders Hanföl, aber auch Hanfsamen und Produkte daraus die THC-Richtwerte für Lebensmittel überschreiten. Vor allem Produkte, die ganz oder teilweise aus den Blättern oder Blüten der Pflanze hergestellt sind, wie teeähnliche Erzeugnisse, weisen häufig erhöhte THC-Werte auf. Sehr hohe Gehalte wurden bei Nahrungsergänzungen mit Hanf gefunden. Gerade wenn „Hanfextrakt“ auf der Zutatenliste steht, ist Vorsicht geboten. Bei einer zu hohen Aufnahme der berauschenden Substanz sind laut BfR gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich wie Schwindel, Müdigkeit, verminderte Reaktionsfähigkeit oder erhöhte Herzfrequenz. Es spricht aber nichts dagegen, die gesunden Hanfsamen gelegentlich in den Speiseplan einzubauen. Schwangeren und Kindern wird allerdings empfohlen, darauf zu verzichten. Von CBD-Ölen und Produkten mit CBD-Extrakten raten Experten der Verbraucherzentrale ab.

Foto: Gelpi/stock.adobe.com