Positives Denken beeinflusst Demenz

Die bekannte über 15 Jahre andauernde Nonnenstudie hat ergeben, dass kaum eine Nonne dement wurde, obwohl ein Drittel ein stark abgebautes Gehirn hatte. Dass die Entstehung von Demenz scheinbar viel mit der Lebens- und Denkweise zu tun hat, konnte auch eine aktuelle Studie zeigen.

Eine positive Einstellung zum Alter bietet offenbar einen gewissen Schutz vor Demenz, wie amerikanische Forscher berichten. Etwa ein Viertel der Bevölkerung trägt ein hohes genetisches Risiko für Demenz, dennoch tritt sie bei vielen nicht auf. Wissenschaftler untersuchten nun über vier Jahre bei 4765 gesunden und durchschnittlich 72 Jahre alten Probanden, ob eine positive Einstellung zum Alter das Erkrankungsrisiko vermindert. Etwa ein Viertel der Teilnehmer war genetisch vorbelastet. Nach Herausrechnen von Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter oder Bildung ergab sich ein Demenzrisiko von 2,6 Prozent für diejenigen mit positiver Alterseinstellung und eines von 4,6 Prozent mit überwiegend negativen Gedanken zum Alter. Auch für die positiv gestimmten, genetisch Vorbelasteten verringerte sich das Risiko für Demenz um die Hälfte im Vergleich zu Genträgern mit negativer Einstellung. Ihr Demenzrisiko glich sich durch positives Denken sogar dem der nicht genetisch vorbelasteten Probanden an. Die Forscher vermuten, dass durch positive Altersüberzeugungen Stress im Körper reduziert und die Ablesung bestimmter Gene beeinflusst wird. Das Gute: Die Wissenschaftler halten es für möglich, dass Maßnahmen, die eine positive Haltung zum Alter fördern, kognitive Leistungen verbessern und das Demenzrisiko senken könnten.

Text: Julia Bansner/Hans-Helmut Martin

Quelle: Levy BR et al (2018). Positive age beliefs protect against dementia even among elders with high-risk gene.

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