Der Tipp für Ihre Gesundheit

Die Erkältungszeit ist zurzeit wieder in vollem Gange: Umfangreiche Erfahrungen mit Patient:innen und eigene Erfahrungen fasst Dr. med. Günther Schwarz für die Erkältungszeit hier zusammen.

Gesund sind wir nicht, wenn keine Bakterien, keine Viren oder andere die Gesundheit gefährdenden Einflüsse vorhanden sind. Gesund sind wir, wenn unser Organismus – biopsychosozial gedacht – autoregulativ mit diesen Gefahren ohne bedrohliche Komplikationen wie beispielsweise eine Lungenentzündung umgehen kann.

Hilfreich ist es, wenn unliebsame Erkrankungen der oberen Atemwege nicht in einem naturwissenschaftlich engen Sinne als alleinige Auswirkung infektiöser Mikroorganismen verstanden werden.

Infektanfälligkeit wird gefördert durch Aufenthalt in überwärmten oder auch klimatisierten Räumen. Unser Immunsystem arbeitet deutlich präziser, wenn wir möglichst regelmäßig kühler und auch kalter Luft ausgesetzt sind. Im Übrigen bilden wir dann auch mehr sogenanntes braunes, gesundes Fettgewebe. In den kälteren Jahreszeiten helfen Sport oder Spaziergänge möglichst 3-5mal wöchentlich ebenso wie die kalte Phase zum Abschluss beim Duschen.

„Bloß nicht krank werden!“ heißt das Motto des modernen, aktiven, leistungsorientierten und vor allem ständig motivierten Menschen. Hier liegt die Messlatte in unserer Gesellschaft sehr hoch, da Kranksein mit individuell zu verantwortender Schwäche gleichgesetzt, nein, besser gesagt verwechselt wird.

Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte belegen eindrucksvoll, dass Immunsystem, Nervensystem, hormonelles System und Psyche unentwegt „miteinander sprechen“. So wird nachvollziehbar, dass chronischer Stress (Arbeitsplatz, hohe Lebensziele, Armut, Einsamkeit) diese Autoregulation überfordern kann und damit auch die Infekte fördert. Negativ verstärkt werden diese systemischen Wechselwirkungen durch ungesunde Ernährung mit zu vielen Kalorien, zu viel tierischem Fett und zu viel Fruktose (Fertigprodukte!). Häufig fehlen dann auch die lebensnotwendigen Ballaststoffe zur Gesunderhaltung unseres Mikrobioms.

Welche sind dann die Merkmale einer wirksamen Erkältungsprävention?

  • Evolutionär in ihrer Wirksamkeit belegte Klimareize (siehe oben)
  • Bewegung 3-5x pro Woche; möglichst im Freien, sofern möglich
  • Pflanzenbasierte Ernährung (vegetarische Vollwerternährung)
  • Stresseffekte ausgleichen durch Aktivitäten, die in die Selbstvergessenheit führen: Wandern, Baden, Meditation, Yoga, Tai-Chi, Qi Gong, Singen, Tanzen
  • Sozialkontakte fördern und pflegen (Helfen fördert auch die eigene Gesundheit!)

Und im Falle eines Infektes unterstützen meist sehr gut Teetrinken (Essen ist für die allermeisten Menschen dann von nachgeordneter Bedeutung; Ausnahmen sind zum Beispiel behandelte Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus), bei Schwäche ruhen, Aktivierung der Schleimhäute durch Nasendusche und passagere Unterstützung des Immunsystems mit Vitamin C (bis zu 1 Gramm täglich) und Zink (15 bis 25 mg täglich als Brausetablette gurgeln und dann trinken.

P.S. Es liegt nahe, diese Orientierung als ganzjährige zu verstehen.

Text von Dr. med. Günther Schwarz, Mitglied im 'Rat der Gesundheitsweisen‘ beim Förderverein, 02/2024, Alter: 73 Jahre.

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